Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

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Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Gero Hard

Sieht gemütlich aus, wie er da sitzt, mit seiner Zeitung in der Hand und dem Latte Macciato auf dem Tisch. Das muss eines dieser Zeichen sein, von denen die

Weisheit ‚spricht‘. Es ist meine Chance, dem Schwarm meiner Mutter mal auf den sprichwörtlichen Zahn zu fühlen.

„Hallo, Herr Stolberg, schönes Wetter heute, oder?“ Ich weiß, dass es so ziemlich das Dümmste ist, was ich in diesem Moment sagen konnte. Zumindest hat es gereicht, dass er die Zeitung sinken lässt und mich ansieht.

„Ach, Nadine, schön dich zu sehen. Stimmt, wunderbares Wetter. Solltest du da nicht besser in einem See oder im Freibad deinen Spaß haben, als alleine in der Stadt fremde Männer anzusprechen?“

„Ja, stimmt schon, aber meine Mädels haben alle keine Zeit und alleine habe ich keine Lust ins Freibad. Da wird man nur von dummen Jungs angequatscht.“

„Hast du denn noch keinen Freund?“

„Ne, das hat noch Zeit. Außerdem lerne ich komischerweise immer nur so Deppen kennen. Ich hab damit kein Glück. Sagen Sie, ist es ok, wenn ich mich einen Moment zu Ihnen setze?“

„Natürlich ist es ok. Darf ich dich zu einem Eis einladen?“

„Ja lecker, vielen Dank.“ Er ist wirklich nett, lächelt viel und sein Blick ist freundlich, als er mir die gefaltete Speisekarte zuschiebt.

„Such dir aus, was du magst.“, sagt er. Ich höre und sehe, dass er es ehrlich meint. Der Kellner nickt freundlich, nachdem ich ihm ein Spagettieis und einen Chai Latte in seine Elektronik diktiert habe.

Die Augen von Herrn Stolberg verfolgen jede meiner Bewegungen. Hoffentlich merkt er nicht, dass es in meinem Kopf rattert. Gern würde ich ein Gespräch mit ihm anfangen. Ganz ungezwungen und locker, natürlich soll es um Mama gehen. Aber wie soll ich anfangen, was will, oder besser, was darf ich ihm eigentlich verraten? Schließlich möchte ich meiner Mutter nicht in den Rücken fallen.

Leon: Die Nacht hatte ich ganz gut, vergleichsweise ruhig, geschlafen.

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