“, versuche ich das Thema zu wechseln.
Ich beobachte sie aus den Augenwinkeln. Erwarte Widerworte, wie immer, wenn sie mir bei der Hausarbeit oder beim Kochen helfen soll. Heute steht sie wortlos auf und nimmt sich den Salat und eine Schüssel.
„Und was hast du heute Nachmittag gemacht?“
„Erst bin ich durch die City gegammelt und dann habe ich Leon in der Eisdiele getroffen. Er hat mich zu einem Eis eingeladen.“
Fast schneide ich mir in den Finger und lasse das Messer vor Schreck fallen. Es rast Richtung Küchenboden und hätte
fast meinen großen Zeh erwischt, der zusammen mit dem Rest vom Fuß in leichten Sandaletten steckt, bevor es scheppernd auf die Fliesen knallt. Ich versuche den Schreck zu überspielen, der mir brutal durch die Glieder fährt. Dass ich auch noch blass, fast weiß im Gesicht werde, kann ich leider nicht verhindern.
„Welcher Leon?“, frage ich scheinheilig. Natürlich weiß ich, welchen Leon sie meint. Wir beide kennen nur den Einen.
„Stolberg. Er ist nett. Ich habe mich gut mit ihm unterhalten. Irgendwie mag ich ihn. Vielleicht erinnert er mich an Papa, aber er ist ganz anders als der Ladyknacker.“
„Nadine!“, fahre ich sie mit strafendem Blick an.
„Stimmt doch. Der konnte an keiner Möse vorbeigehen, ohne einen Steifen zu bekommen. Leon ist ganz anders. Er ist feinfühlig und sensibel. Er nimmt mich ernst, behandelt mich nicht wie ein kleines Kind.“
Ich weiß genau was sie meint. Genauso habe ich ihn auch erlebt. So sanftmütig, zurückhaltend, respektvoll. Sie hat recht, er sieht zwar aus wie Eddy, mein Ex, aber er ist charakterlich um etliche Klassen besser. Ich muss lächeln und natürlich sind Nadine meine Reaktionen nicht entgangen. Sie steht mit ihrer Hüfte, seitlich angelehnt, an der Arbeitsplatte und grinst unverschämt. Dieses Kind ist nicht nur unverschämt schön, sondern auch klug. Von wem sie
das wohl hat? Von Eddy sicher nicht.
„Wollen wir uns setzen?
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