Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

86 5-9 Minuten 0 Kommentare
Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Gero Hard

„Viel Spaß mit deinen Mädels und bleib artig!“, rief ich ihr noch hinterher, als sie im Begriff war, die Wohnung zu verlassen. „Bin ich doch immer!“, dann fiel die Haustür ins Schloss.

Vorher war sie noch bei mir im Wohnzimmer und drehte sich vor mir. „Leon, lässt du mich so unter die Menschen?“, fragte sie mit einem aufreizenden Augenaufschlag.

„Du siehst Bombe aus, mein Engel.“ und das meinte ich genauso, wie ich es sagte. Sie hatte einen kurzen Rock an, der einen Teil ihrer wohlgeformten Oberschenkel freiließ, dazu eine halbdurchsichtige Bluse, unter der man ihren schwarzen BH schimmern sah. Dazu ein kurzes Jäckchen, falls es später kühler werden sollte und eine schwarze FFP-2 Maske am Handgelenk. Sie hatte sich dezent geschminkt und einen frischen Duft aufgelegt. Geplant war ein gemütliches Essen mit ihren Freundinnen und dafür war sie perfekt angezogen. Und es stimmte was sie sagte, sie war immer artig.

Ich vertrieb mir den Abend mit einem Bier auf der Couch und ließ alle fünfe grade sein. Auf Tina zu warten machte kaum Sinn, denn wenn der Hühnerhaufen ins Quatschen kam, konnte es bekanntermaßen schon mal spät werden. Gerade jetzt, wo sie sich nach zwischenzeitlichen Verboten überhaupt mal wieder in einem Restaurant treffen durften. Natürlich unter Einhaltung aller Abstandsregeln. Ihre Clique, fast alles Arbeitskolleginnen von ihr, traf sich normalerweise einmal im Monat. Aber in Zeiten von Corona war das die letzten Monate leider nicht möglich gewesen. Es gab also reichlich Nachholbedarf.

Ich musste tatsächlich eingenickt sein. Ein Paar weiche Lippen hinderten mich daran, durch den Mund zu atmen, dazu eine warme Hand, die meine Wange streichelte, ließen mich sanft aus den Träumen gleiten, in denen ich gerade gefangen war. Es müssen schöne Träume gewesen sein, denn ich hatte eine baumharte Erektion, die meine Jogginghose dehnte.

„Na mein Süßer, hast du schön geträumt?“ Mit zwei Fingerspitzen zog sie meinen Penis nach unten und ließ ihn federnd zurückschnellen. „Muss ja was ganz Tolles gewesen sein.“, zwinkerte sie mir mit strahlendem Lachen zu.

„Ich hab von dir geträumt, mein Engel.“

„So? Was hast du denn geträumt?“

„Ich habe geträumt, du kommst nach Hause, küsst mich zärtlich, ziehst mich sofort ins Schlafzimmer und verwöhnst mich.“

„Und wie habe ich dich verwöhnt?“

„Erst hast du mich mit deinem Mund hart gemacht und dann sollte ich dich Doggy ficken.“ 

„Hart bist du ja nun schon. Dann komm und lass mich nicht warten. Ich bin auch geil auf dich, der Kellner war so süß.“

Wir waren uns stillschweigend darüber einig, dass es kaum mehr als ein Quickie werden würde. Sie war geil, ich war geil, also grünes Licht für die Matratze.

Fernseher und Licht blieben einfach an, als sie mich vom Sofa hoch und hinter sich herzog. Im Schlafzimmer versetzte sie mir einen Schups und ich landete rücklings auf unserem Bett, so, dass meine Beine über dem Bettrand baumelten. Die Bluse, die sie auf dem Weg ins Schlafzimmer ungeduldig aufgerissen hatte, flog irgendwo hin und meine Jogginghose landete mit einem Ruck in den Kniekehlen. Dann schob sie sich den Rock bis zur Hüfte hoch, drehte sie sich um und pflanzte sich rücklinks auf meinen Ständer. Sofort fing sie an mich zu reiten. So feucht hatte ich sie lange nicht erlebt. Es schmatzte immer dann, wenn ich tief in sie eindrang.

Hatte sie schon keinen Slip an, als sie gegangen war? Ich weiß ja, dass mein Schatz auch mal ein Luder sein konnte. Zuzutrauen wäre es ihr auf jeden Fall. Und war das der Grund, warum sie fast über mich herfiel?

„Mach mal den scheiß BH auf, mein Schatz.“, befahl sie, während sie immer schneller auf mir wurde. Der Gedanke, sie könnte schon vorher … vielleicht mit dem Kellner … turnte uns möglicherweise sogar beide an. Ich konnte mir ihrer Treue sehr sicher sein, aber der Gedanke … naja.

Sie hatte sich durch den Kellner eventuell etwas mehr als nur Appetit geholt, wer weiß. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie sich unter der Tischdecke mit ihren oder sogar meinen Fingern ein paar schöne Momente verschaffte.

Jetzt jedenfalls flog sie auf mir herum, drückte sich auf mich und genoss die Freuden, die ihr mein Speer bereitete.

„Boah bin ich geil, mach‘s mir Schatz.“

Ich sollte es ihr machen? Das konnte nur ein Scherz gewesen sein! Wie denn, bitte schön? Sie hatte doch alle Fäden in der Hand und zog damit alle Register, bis uns beiden die Schädeldecke zu explodieren drohte. Ihr Orgasmus ließ sie noch wilder auf mir herumackern, ohne Rücksicht darauf, dass ich meine weiße Fracht längst in ihr verschossen hatte. In ihrer Erregung hatte sie davon anscheinend nichts mitbekommen. Ihr Becken rotierte, flog auf und ab, bis sie selbst völlig verschwitzt und erschöpft, rückwärts auf meiner Brust zusammenfiel.

„Das hab ich gebraucht Leon. Ich liebe dich so sehr, weißt du das? Ich könnte ohne dich nicht mehr leben.“

„Das ginge mir genauso. Für mich würde meine Welt zusammenbrechen. Aber sag mal, was war denn los heute Abend, kein Höschen … der Kellner … warst du heute ein böses Mädchen?“

„Nein Liebling, ich war ganz artig. Das Höschen, … ich hatte mit den Mädels gewettet. Sie hatten behauptet, ich würde mich nicht trauen. Und ich habe dagegengehalten, wenn alle keines anziehen, lasse ich meins auch weg. Fühlte sich ungewohnt, aber geil an. Und Anne, die olle Sau, hat dem Kellner gezeigt, was los ist. Der war wirklich süß. Anne hat sich den auch gleich klar gemacht. Mit uns ist sie jedenfalls nicht nach Hause gegangen.“

„Und das hat dich so scharf gemacht?“

„Ich sag’s dir. Man, man, ich war rollig wie ne Straßenkatze.“

Die Nacht begannen wir mit gemeinsamen Kuscheln, bis uns der Sandmann endgültig in die Traumwelt zog. Wenn ich da schon geahnt hätte …

Am übernächsten Nachmittag fühlte sich Tina nicht mehr so gut. Jedenfalls war es gegen 14 Uhr, als sie das in einem Nebensatz bemerkte. Es begann mit leichten Kopfschmerzen und später klagte sie über Atembeschwerden. Naiv wie wir waren, gingen wir von einer beginnenden Erkältung aus, die sie sich irgendwo eingefangen haben musste. Ein paar Erkältungsmittel waren schnell aus der Apotheke besorgt, ein Pfefferminztee bald aufgegossen.

„Da ist aber nicht viel Minze drin, das riecht ja kaum.“, beschwerte sie sich am nächsten Tag, als sie ein Erkältungsbad nehmen wollte. Von da an, brannten bei mir sämtliche Alarmlampen.

Egal welchen Radio- oder Fernsehsender man anschaltete. Überall Covid, Covid und noch mal Covid, dieser neue Virus, der uns seit nun schon über ein Dreivierteljahr in Atem hielt. Eine Schreckensnachricht nach der anderen und jeden Tag schlimmer. Erschreckende Infektionsverläufe, erschreckend hohe Todeszahlen. Fast täglich neue Zahlen, Aufklärung, welche Symptome möglich wären und immer neue Verhaltensregelungen.

Aber wir hatten uns doch an alle Regeln gehalten, waren übervorsichtig, beschränkten unsere Kontakte mit anderen, Maske war sowieso schon selbstverständlich geworden. Geimpft sind Tina und ich auch schon das erste Mal und der Termin für die zweite Impfung steht, nach Einhaltung der 6-Monats-Frist, in 3 Wochen an. Kurz: Wir fühlten uns sicher.

Und doch wollte ich nichts dem Zufall überlassen und rief gegen Tina’s Willen heimlich beim Arzt an. Natürlich durften wir nach meiner Beschreibung ihrer Symptome nicht in die Praxis kommen. Man verwies mich an das örtliche Gesundheitsamt, die einen verlässlichen PCR-Test machen sollten.

Tina war echt sauer auf mich, dass ich sie zu dem Test schliff. Ihr ginge es doch gut, dass bisschen Erkältung würde wohl bald wieder weg sein.

Natürlich ist es unangenehm, wenn einem das Wattestäbchen durch die Nase gefühlt bis an den Hinterkopf geschoben wird. Aber es hilft ja nun mal nichts. Wir wurden sicherheitshalber gleich beide getestet.

Tina durfte nach dem Test nicht wieder zu mir. Bis zu dem Ergebnis musste sie in einem separaten Raum bleiben. Die Minuten der Wartezeit tropften extrem langsam vor sich hin.

Dann kam eine junge Frau im Ganzkörperschutzanzug, die Tina zu einem zweiten Test abholte, was mir schon komisch vorkam. Wieder warten. Die Tatsache, dass wir uns durch die Glasscheiben in der Tür ansehen konnten und ich ihren besorgten Gesichtsausdruck erkannte, ließ mein Herz endgültig in die Hose rutschen. Ihre Augen flehten mich förmlich um Hilfe an und ihr Blick wechselte von besorgt auf ängstlich. Ich sah sie weinen und mit dem Arzt diskutieren. Aber dann sackte ihr Körper mutlos in sich zusammen. Meine Lippen flüsterten ihr „ich liebe dich“ zu und schickte ihr einen Luftkuss. Sie lächelte kurz, musste dann aber wohl ein paar weitere Fragen einer Krankenschwester beantworten.

Ein Arzt kam zu mir und sagte, dass er mich auch ein zweites Mal testen müsse, weil meine Frau im ersten Test positiv getestet wurde.

Draußen hörte ich ein Martinshorn plärren und blaues Licht zuckte flackernd durch die Fenster. In den Räumen kam Unruhe und sogar etwas Panik auf. Eine leere Trage wurde mit hektischen Schritten an mir vorbeigeschoben. Die Sanitäter hatten sich auch Ganzkörperanzüge und sogar Kopfhauben übergeworfen.

Ich konnte nicht alles sehen, was in den Räumen vor sich ging, weil der Arzt mir gerade das Wattestäbchen durch die Nase bohrte. Aber mir war klar, dass meine Tina der Grund für die Aufregung war.

„Es tut mir leid, aber wir mussten Ihre Frau zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus überweisen. Und da Sie ebenfalls positiv sind, aber noch nicht so starke Symptome zeigen, entlassen wir Sie in die Quarantäne nach Hause.“

„Aber meine Frau …, kann ich sie besuchen? Darf ich sie sehen? Ich muss mich doch von ihr verabschieden! Ich muss ihr doch Sachen ins Krankenhaus bringen, die braucht sie doch!“

„Dazu kann ich nichts sagen. Sie müssen im Krankenhaus anrufen, die helfen Ihnen weiter.“ 

Ich selbst in Quarantäne? Das bedeutete, ich würde meinen Engel die nächsten vierzehn Tage nicht sehen dürfen!

Und wie kriege ich ihre Sachen ins Krankenhaus? Lassen sie mich wenigstens mit ihr telefonieren?

Ich fuhr nach Hause und packte sicherheitshalber eine kleine Reisetasche für meinen Schatz. Irgendwie würde ich sie schon zu ihr bekommen.

Dann rief ich im Krankenhaus an. Die Schwester verriet mir, dass ein Besuch absolut ausgeschlossen wäre und sie in einem Einzelzimmer liegen würde. Sogar Klinikpersonal dürfte nur in besonderer Schutzkleidung zu ihr.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 5300

Weitere Geschichten aus dem Zyklus:

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben