Zwischen Tod und Auferstehung - Teil II

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Zwischen Tod und Auferstehung - Teil II

Zwischen Tod und Auferstehung - Teil II

Gero Hard

Bestimmt 8 oder 10 Leute standen lachend um mich herum, nachdem ich ungebremst aus der aufgeschwungenen Tür

auf den Asphalt geknallt war. Keiner von ihnen hatte es für nötig befunden, mir aufzuhelfen.

Langsam richtete ich mich mit hochrotem Kopf auf, gestützt von einer alten Frau, die es nach einer kurzen Schocksekunde als einzige für angebracht hielt, mir ihre Hilfe anzubieten.

Die Knie brannten wie Feuer, aufgescheuert vom rauen Belag der Straße, gespickt mit kleinen Steinchen, die der Straßendreck ebenso mit sich brachte. Mein Anblick musste grauenhaft sein, die aufgerissene Strumpfhose, die blutenden Knie und nicht zuletzt der abgebrochene Absatz meines rechten Hochhackigen.

Ich bin sowieso schon zu spät. Umdrehen und umziehen scheidet demnach aus. Mal ganz davon abgesehen, dass der Friedhof da vorne um die Ecke sein muss. Leon wird Verständnis haben, hoffe ich jedenfalls. Mir bleibt nichts anderes übrig, als die letzten Meter zu ihm zu humpeln.

Da vorne, die Einmündung, die musste es sein. Ja, da steht er, lässig an sein Auto gelehnt und sieht so verdammt gut aus, in seiner Jeans und dem lockeren Sommerhemd. Er zuckt zusammen als er mich sieht, für einen kurzen Moment unschlüssig, sein Gesichtsausdruck erschrocken. Ein erster, zögerlicher Schritt auf mich zu, dann ein zweiter, schneller und länger als der erste. Ein paar wenige davon reichen, um neben mir zu stehen und mich zu stützen. Die Berührung seiner Hände, ihre Wärme, zwingt den Schmetterlingen in meinem Bauch neues Eigenleben ab. Und wie er wieder duftet. Das allein schon, lässt mein Herz höher schlagen. Rührend, wie lieb er sich um mich kümmert. Er bleibt stehen, bückt sich. Ich weiß nicht, was er vor hat, als er meinen Fuß anhebt, den mit dem heilen Schuh. Warum hat er ihn mir ausgezogen und warum geht er damit zu der Gitterroste vom Regenwasserkanal?

Kurz darauf knackt es überraschend laut.

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