Ihr denkt nicht darüber nach, ihr macht einfach, auch wenn es weh tut.“
„Mama, wir haben keine andere Chance. Ich kann nur hoffen, dass ich mal einen Jungen kennenlerne, der sich traut. Und ich versichere dir, ich werde sehr wählerisch sein. Und nun lass mich deinen Fuß verarzten.“
Etwas später liege ich mit einem Verband am Fuß im Bett. „Ich mach das sauber.“, hatte Nadine gesagt und mich ins Bett geschickt. Ich bin unsagbar stolz auf sie. Wie erwachsen, rücksichtsvoll und feinfühlig sie geworden ist.
Noch ein kurzes Telefonat mit Leon, das mir für eine kurze Zeit ein verzücktes Lächeln ins Gesicht zaubert. Er ist noch keine Stunde weg und ich vermisse ihn jetzt schon. Die Sehnsucht nach ihm ist fast unerträglich.
Ich drehe mich erschöpft auf die Seite und weine mich langsam in einen Dämmerzustand, bis Nadine reinkommt und mich sanft auf die Wange küsst.
„Mit lieben Grüßen von Leon. Wenn ich dich küsse, ist es nicht mehr so schlimm, meint er. Der liebt dich auch, ich fühle das.“ Wenn sie doch nur recht behalten würde. Auf jeden Fall ist es tatsächlich nicht mehr so schlimm.
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Dienstag … die letzten Tage habe ich keine ruhige Minute vor Nadine und vor meinen Gedanken. Jede Sitzung mit
einem Patienten ist eine willkommene Abwechslung. Die Mittagspause ist gerade vorbei und der nächste Patient wartet bereits im Flur.
Nadine vergisst das Anklopfen und kommt mit meinem Handy in der Hand ins Wohnzimmer gestürmt. „Nachricht von Leon!“, ist sie etwas außer Atem.
„Von Leon sagst du? Was will er?“
„Mama, ich lese doch deine Nachrichten nicht. Man spioniert nicht in fremden Handys.“
„Na, dann gibt schon her.“
„Hallo Freya. Ich hole dich heute Abend so gegen 17 Uhr zum Schuhe kaufen ab. Falls es nicht passt, schreib mir ne Nachricht, ansonsten werde ich da sein.“
Sofort setzt das Rauschen in meinem Kopf wieder ein. Es ist mir egal, wieviele Termine ich heute ab 16.
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