Jedenfalls nicht, dass ich mich daran erinnern könnte. Hart griff er mich am Oberarm und schubste mich fast in mein Büro und knallte
auch gleich die Tür zu.
„Was ist los?“, blaffte er mich an. Die Geschichte war schnell erzählt und Gero sah mich danach betroffen an.
„Und wo ist das Problem? Wie sind denn deine Gefühle für sie?“ Seine Fragen trafen direkt den Punkt, über den ich die ganze Nacht gegrübelt hatte.
„Da sagt dir so eine Frau, dass sie sich in dich verliebt hat und du antwortest nur mit: ‚Ich kann nicht‘? Sag mir, dass das nicht dein Ernst ist.“
Ich unterhielt mich lange mit ihm, erklärte ihm meine Bedenken, Gerede, Trauerjahr und so weiter.
„Alter, seit wann gibst du was auf das Gelaber anderer Leute? Rede mit deinen Eltern, rede mit deinen Schwiegereltern. Erkläre ihnen die besondere Situation, sag ihnen, wie ähnlich Freya der Tina sieht. Und wenn du auch nur ein bisschen für sie empfindest, dann entschuldigst du dich bei ihr. Jetzt ab nach Hause und schlaf dich erstmal aus. Ich melde dich beim Boss krank. Los, hau schon ab!“
Geros Kopfwäsche war wichtig für mich gewesen. Es bedeutete mir viel, was er mir sagte. Vor allem hatte er recht damit. Auf die Idee, das Gespräch zu suchen, war ich nicht gekommen. Und vielleicht war genau das der Schlüssel zu all meinen Problemen mit der Situation.
Für den Rest der Woche ließ ich mich krankschreiben. Mit meiner angeschlagenen Psyche war das auch kein Problem.
Es gab viel zu erledigen, denn ich wollte am Samstag zu Freya und Nadine. Mir war klar, dass ich das nicht unvorbereitet tun konnte und dass ich ihnen ein paar klärende Worte schuldig war.
Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war eine ganz besondere für mich. Ich schlief sogar einigermaßen gut.
Trotz absoluter Dunkelheit im Zimmer, wurde es plötzlich ganz hell in meinem Kopf und ich hatte das Gefühle, ein warmer Körper würde neben mir liegen und sich an mich kuscheln.
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