Zwischen Tod und Auferstehung - Teil II

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Zwischen Tod und Auferstehung - Teil II

Zwischen Tod und Auferstehung - Teil II

Gero Hard

Ich hörte, wie der Körper zu mir sprach, verstand aber kein Wort. Ein wunderbarer Traum! Ich sah ganz deutlich Tinas Gesicht vor mir mit ihrem liebevollen Blick. Der Traum endete genauso plötzlich, wie er begonnen hatte. Ich versuchte, diesen Traum wieder zu erleben, an die zuletzt gesehenen Bilder anzuschließen, aber es wollte leider nicht gelingen.

Ich wachte auf und sah mich um, weil ich das Gefühl hatte, nicht allein zu sein. Tinas Kopfkissen war zerwühlt, ihre Bettdecke lag zu einer Rolle verdreht auf ihrem Bett. Ein neuer Geruch waberte durch das Schlafzimmer. Ich hatte ihn fast vergessen, aber jetzt kam er mir wieder vertraut vor. Tina!

Plötzlich war der Traum wieder in meinem Kopf. Mir schossen die Tränen in die Augen, versuchte die Zeichen zu deuten. Wie konnte das sein, wer hatte das Bett benutzt und wieso roch es plötzlich nach meiner Frau?

Im Bad lag ein Lippenstift von Tina auf dem Waschbecken und in der Küche stand eine benutzte Tasse auf dem Tisch. Was passierte hier, wer oder was war in der Nacht bei mir? Rational erklären konnte ich es nicht, und doch, es war wie ein Zeichen von Tina. Von da an wußte ich, egal wie ich mit Freya umgehen würde, Tina würde an meiner Seite sein und jede meiner Entscheidungen begleiten, wie sie es immer getan hatte. Ich hatte nicht das Gefühl, mich deshalb grundsätzlich gegen Freya entscheiden zu müssen. Genau andersherum wurde ein Schuh draus. Ich wusste plötzlich, egal wie ich mich entscheiden würde, Tina würde es verstehen und mittragen.

Als hätte man mich kräftig geschüttelt, fiel mit einem Mal jeder Zweifel von mir ab. Jeder Vorbehalt löste sich in Wohlgefallen auf. Und wie, als hätte man mir eine Brille mit eingetrübten Gläsern abgenommen, sah ich alles klar.

Gut gelaunt ging ich unter die Dusche, setzte mich in eine Ecke und ließ das Wasser auf mich herabprasseln. Mit jedem Tropfen der mich traf, ging es mir besser.

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