Befreit meiner Zweifel, hatte ich es nun eilig in die Stadt zu kommen. Ich brauchte etwas, was meine Entschuldigung bei Freya und bei Nadine gleichermaßen unterstrich. Blumen kamen nicht in Frage, dass hatte sie bereits bei der Einladung ausgeschlossen. Ich brauchte etwas, dass Bestand hatte, etwas, das von Dauer war und die Verbundenheit mit beiden Frauen ausdrückte. Ein Ring vielleicht? Nein, das war für den Anfang doch etwas ‚to much‘.
Und trotzdem war ich nach einigem Zögern in einem Juwelierladen gelandet. Eine junge Frau sah mich unschlüssig durch die Auslagen schleichen.
„Kann ich vielleicht helfen?“
„Vielen Dank, Ich suche etwas Schönes, das Verbundenheit ausdrückt, ohne zu aufdringlich zu sein.“
„Ui, das ist ja mal eine besondere Herausforderung. Aber warten Sie, ich habe da eine Idee.“
Sie zeigte mir ein paar schöne Stücke und überzeugte mich schnell. Tatsächlich war es ihr gelungen etwas zu finden,
was sowohl Frauen als auch Männer tragen konnten. Ich fühlte mich perfekt vorbereitet. Jetzt musste ich nur noch die passenden Worte finden, dann könnte es, so Gott will, alles gut werden. Soweit die Zusammenfassung.
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Den ganzen Tag schon bin ich nervös und mein Herz pocht. Vor Aufregung ist mir heiß und kalt gleichzeitig. Vielleicht war das die gerechte Strafe dafür, dass ich mich wie ein Idiot benommen hatte. Mir schlottern die Knie, als ich den Klingelknopf drücke.
„Ja, hallo?“ Wie hatte ich Nadine’s Stimme vermisst und ihre kurzen Nachrichten.
„Ich bin’s, Leon.“
„Was willst du?“, fragt sie deutlich pissig.
„Mit euch reden, bitte.“
„Lass ihn rein.“, höre ich Freya aus dem Hintergrund. Oben angekommen steht Nadine in der Tür und sieht mich strafend an.
„Mit dir haben wir nicht mehr gerechnet.“, keift sie.
„Lass mich doch bitte erstmal reinkommen.“
Freya kommt aus dem Wohnzimmer auf den Flur. Sie sieht müde aus.
„Hallo Leon! Sie hat recht, mit dir haben wir nicht gerechnet.
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