Untypisch für ein Mädchen in ihrem Alter. Eher etwas, was ich kleinen Kindern zuordnen würde. Und doch fühlt es sich irgendwie gut an. Nadine fordert die Nähe von Freya und mir, weil es für sie genauso neu ist, wie für uns anderen auch. Ich kann sogar verstehen, dass sie erfahren möchte, wie es sich anfühlt, wenn man in den Arm genommen wird und Zuneigung bekommt. Woher sollte sie es auch wissen, wenn ihr Papa es ihr nicht zukommen ließ. Nachvollziehbar, dass sie diesbezüglich einiges an Nachholbedarf hat. Ein paar Umarmungen hier, etwas Ankuscheln dort, verbunden mit Küsschen zum guten Morgen auf die Wangen, reichen ihr schon.
„Bock auf Frühstück? Ich hole Brötchen!“, versuche ich mich aus der Affäre zu ziehen, solange Nadine noch im Zimmer ist. Ein bisschen mit der Hoffnung, dass auch Freya später nicht wieder damit anfängt. Obwohl es nur logisch wäre, dass es früher oder später zwangsläufig zum Thema werden würde.
Unter den Augen meiner zwei Schönheiten schlüpfe ich in die Hose, schnappe mir mein Shirt und verschwinde im Bad.
Die Tür verschafft mir Abstand. Ich lehne mich an sie und atme scharf aus. Ein paar Tränen kann ich nicht verhindern.
„Hoffentlich bleibt sie.“, denke ich und habe doch Angst, sie könnte mich für einen Versager, einen Waschlappen halten.
Freya: Ich bin völlig fasziniert von diesem Mann. Wie fest sein Körper ist, die Arme, so stark und voller Kraft, wie ausgeprägt die Brust-, wie auch seine Bauchmuskeln. Nicht direkt ein Waschbrettbauch, aber das macht nichts. Ich habe nichts dagegen, wenn Männer einen kleinen Bauchansatz haben, doch dieser fehlt bei Leon völlig. Er ist einfach glatt und definiert, sein Oberkörper mehr oder weniger leicht behaart mit kurzen dunklen Haaren, die sich flauschig weich
und doch hart genug zu kleinen Locken verdrehen lassen.
Gott, seine Hände machen mich wuschig. Er ist so verflucht zärtlich. Der weiß genau, wo und wie man eine Frau anfassen muss. Wenn er doch nur etwas offensiver, freier und mutiger wäre. „Trau dich mein Liebling, ich bin bereit für dich.“
Wie gerne würde ich jetzt meine Schenkel öffnen und ihm meine längst feucht gewordene Muschel anbieten.
Aber etwas stimmt hier nicht. So sehr ich mich auch um ihn bemühe, ihn streichle, ihm meine Reize anbiete, er reagiert ängstlich. Ich sehe es an seinen Augen.
Ich fühle seine Hoden, prall voll, groß und schwer. Hätte er sich vor kurzem selbst erleichtert, wären sie nicht so geschwollen. Sein Penis, nicht klein, aber so ganz ohne Leben. Schon, als ich ihn letztens im Auto am Oberschenkel gekitzelt hatte, blieb jegliche Reaktion aus. Das ist jedenfalls nicht normal.
Nadine stört mein Vorhaben mit ihrem Auftritt. Leon rückt sofort ein Stück von mir ab, bietet ihr den Raum zwischen uns an, den sie natürlich dankbar annimmt. Ihm scheint die Ablenkung auch ganz gelegen zu kommen. Seine Miene, die sich zwischenzeitlich verfinstert hatte, hellt sich schlagartig wieder auf, als sie ihn überschwänglich mit Guten-Morgen-Küsschen versorgt.
Muss ich mir Sorgen um die Zwei machen? Nein, ich denke nicht. Nadine hatte mir vertrauensvoll ihre Chats mit Leon gezeigt, auch den, in dem sie ihm gehörig den Kopf gewaschen hatte und ihm geschrieben hatte, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte, wenn er das mit mir nicht regelt.
Die Liebe fragt nicht, sie ist einfach da!
schreibt ulriketyress@gmail.com
Sehr schön und total glaubhaft
schreibt HansG