Pass auf, dass ich mich nicht daran gewöhne.“
„Nach der Pleite von heute Morgen kann man wohl kaum von verwöhnen sprechen.“
„Davon will ich jetzt nichts hören. Darüber reden wir mal ganz in Ruhe, ok? Aber du sollst wissen, ich bin nicht böse
oder enttäuscht. Nur darüber, dass du mir deswegen aus dem Wege gehst.“
„Es tut mir leid Freya, wirklich. Und es ist mir peinlich, das kannst du mir glauben. Seit Tina … ich habe Angst und ein schlechtes Gewissen, verstehst du?“
„Das verstehe ich sehr gut, aber …“
„Was gibt’s hier zu tuscheln? Doch wohl keine ernsten Gespräche? Damit ist jetzt Schluss. Jetzt wird gefrühstückt. Boah riecht das lecker. Frische Brötchen … bist der Beste, Leon.“
Ich hatte mir fest vorgenommen, sein Versagen zu besprechen, nur jetzt nicht. Aber wenn er doch schon selbst damit anfängt? Und wie ich es schon befürchtet habe, platzt Nadine wieder im denkbar schlechtesten Moment dazwischen.
Wahrscheinlich ist es auch gut so, Leon und ich wären in der Kürze der Zeit eh zu keinem Ergebnis gekommen. So etwas braucht viel Geduld und Verständnis. Und so, wie ich Leon im Moment einschätze, wird er mir niemals glauben, dass ich ihm alle Zeit der Welt geben würde, sein Problem, dass jetzt eben zu unserem Problem geworden ist, in den Griff zu bekommen.
Das Frühstück verläuft, ich will mal sagen, normal. Lockere Gespräche, ein paar witzige Sprüche hier und da. So oft es geht, werfe ich Leon liebevolle Blicke zu oder nehme seine Hand und drücke sie kurz. Ich möchte ihm das Gefühl geben, dass alles in Ordnung ist und er keine Angst zu haben braucht.
„Was machen wir heute? Du bleibst doch Leon?“, strahlt Nadine meinen Schatz an.
„Wenn es für euch ok ist und ich nicht störe?“, ich kann ihm ansehen, dass er sich in seiner Haut nicht so recht wohl fühlt.
„So ein Blödsinn Leon, du störst doch nicht. Das will ich nie wieder hören. Wir sind doch zusammen, wie kommst du da auf die Idee zu stören?
Die Liebe fragt nicht, sie ist einfach da!
schreibt ulriketyress@gmail.com
Sehr schön und total glaubhaft
schreibt HansG