Zwischen Tod und Auferstehung - Teil III

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Zwischen Tod und Auferstehung - Teil III

Zwischen Tod und Auferstehung - Teil III

Gero Hard

Vielleicht löst sich ja schon in der Kletterhalle der Knoten.

Leon: „Geile Hütte, Leon. Viel moderner als unsere, oder Mama? Deine, oder gemietet?“ Nadine stolziert neugierig mit offenem Mund durch meine Wohnung. Keine Zimmer- oder Schranktür bleibt von ihr verschont. Sie schmeißt sich mit Schwung auf das Doppelbett. „Saugemütlich.“, kommentiert sie. Gleiches passiert im Gästezimmer, das ursprünglich mal als Kinderzimmer geplant war. „Hammer!“, ist ihr einfacher, aber treffender Kommentar.

Zu guter Letzt lümmelt sie sich mit ihrem Handy auf eine der Liegen, die seit Tinas Tod fast unbenutzt auf der Terrasse herumstehen.

Ich war noch mit beiden zusammen ins Wohnzimmer und dann in das Badezimmer gegangen. „Wo ist dein Schlafzimmer?“, frohlockt mein Schatz. Nadine hatte Freya aus dem Bad auf den Flur gezogen.

Ich blieb in der Mitte der Wohnung stehen und hatte mit einem „seht euch nur um“, die Leinen aus der Hand gegeben. Nadine tauchte nach kurzer Zeit wieder auf dem Flur auf und verschwand dann auf die Terrasse, wo sie sich den oben beschriebenen Platz an der Sonne sicherte.

Und Freya? Immer noch im Schlafzimmer. Sie streichelt versonnen über die Matratze in Tina’s Bett und hat ihr Kopfkissen auf dem Schoß, als ich im Türrahmen stehenbleibe.

„Hat sie auf dieser Seite geschlafen?“, fragt sie mit traurigem Blick. „Ich kann sie riechen. Jetzt verstehe ich …“. Ihr Blick schweift an mir vorbei in eine scheinbare Ferne.

„Was verstehst du?“

„Ach, nichts. Kannst du mich bitte in den Arm nehmen, mir fehlt das gerade.“, bittet sie.

„Etwas nicht in Ordnung? Mit mir, mit der Wohnung? Geht’s dir nicht gut? Hast du vielleicht Kopfweh?“

„Nein, mein Schatz, ich bin nur etwas sentimental. Sie ist noch hier, oder Leon? Für dich ist sie noch hier?“

Freya sieht wieder auf das gemachte Bett, dass sie nun selbst etwas zerwühlt hat. Fast andächtig legt sie das Kopfkissen zurück an seinen Platz und zieht den Stoff glatt.

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Die Liebe fragt nicht, sie ist einfach da!

schreibt ulriketyress@gmail.com

'Der schlimmste Abschied ist der, wenn man einen Menschen zuletzt sieht und es nicht weiß!' Lieber Gero Hard, lassen Sie mich Ihnen danken für diese Berg- und Talfahrt der Emotionen! Selten hat mich eine Geschichte so miterleben lassen, wie diese! Sicherlich haben Sie sich an ein heikles Thema gewagt. In der Zeit von Corona geschehen Dinge, die sich niemand wünscht. Einen geliebten Menschen auf diese Art zu verlieren, ihn in der Not allein lassen zu müssen, lässt einen doch nie wieder los! Doch Sie haben es in Ihrer feinfühligen Art geschafft, dueser Geschichte wieder eine positive Wendung zu geben. Nicht zuletzt durch die 'kodderige' Art von Nadine bekommt die G. eine humorvolle Seite. Durch die Liebe zu Freya durchlebte Leon 'die Auferstehung'! Nicht nur in sexueller Hinsicht, sondern er hatte wieder Spaß am Leben, Mut sich dem Neuen zu stellen und Hoffnung in die Zukunft. Danke, lieber Gero für die Zeit, in der ich in eine andere Welt abtauchen durfte. Ihre Vivien H.

Sehr schön und total glaubhaft

schreibt HansG

Ich habe lange keine so schöne und glaubhafte erotische Geschichte mehr gelesen. Weiter so, lieber Autor!

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