Eben Fickfleisch in seinen Augen. Ich mag ihn nicht. Die Unverfrorenheit, die er mir gegenüber an den Tag legt, ekelt mich an.
Seine Blicke und sein oberflächliches, offensichtlich hundertfach eingeübtes Imponiergehabe, hatten ihn mir von einer Sekunde auf die andere unsympathisch werden lassen. Diese Kerbe im Colt würde er nicht so schnell wieder ausbessern können. Da konnte er noch so sehr Leon’s bester Freund sein.
Umso dankbarer bin ich Leon, dass er mich sofort als sein Revier markiert hat. Und das auch sehr eindeutig, in dem er mir einen langen, innigen Zungenkuss verpasst. Ich kann sehen, wie unangenehm es Gero ist. Ich lasse mich auf das Spiel unserer Zungen ein, weil es mir schlichtweg egal ist, was Gero von uns denkt. Soll er ruhig wissen, dass er keine noch so kleine Chance bei mir hat.
„Dann noch viel Spaß.“, wünscht er uns übertrieben freundlich und verzieht sich in einen der leeren Squash-Räume.
Kopfschüttelnd sehe ich ihm nach und ihn kurze Zeit später mit sichtbarer Wut im Bauch den kleinen Ball gegen die Wand dreschen.
„Was ist’n das für ungehobeltes Früchtchen?“, frage ich Leon und zeige mit dem Daumen über meine Schulter hinweg auf Gero.
„Keine Ahnung, was den geritten hat. So ist er sonst nicht. Verstehe ich eigentlich auch nicht, weil er eine bildhübsche und tolle Frau zu Hause hat. Ich rede Morgen mal mit ihm. Versprochen.“
Leon sieht mich mit einem Blick an, der mir durch Mark und Bein fährt. Die Liebe in seinen Augen ist echt, das sehe ich genau.
„Keine Sorge mein Schatz, ich passe auf dich auf. Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich dich wieder hergebe?“
„Na, das hoffe ich doch wohl, mein Lieber. Wehe dir. Sonst gehe ich nirgends mit dir hin, wo mir dieser Schönling über den Weg läuft.“
Arm in Arm gehen wir in eine der leeren Spielplätze, wo Leon mir das Spiel erklärt und erste Spielzüge mit mir probiert.
Die Liebe fragt nicht, sie ist einfach da!
schreibt ulriketyress@gmail.com
Sehr schön und total glaubhaft
schreibt HansG