Er entgeht mir nicht und innerlich freut es mich. Endlich hat eine Frau die Eier, ihm Paroli zu bieten.
Zehn Minuten später war die unrühmliche Begegnung mit Gero vergessen und mein Häschen hatte das Spiel verstanden, was uns bald völlig verschwitzt, ausgepowert und glücklich in die Arme fallen lässt.
Mit jeder Minute, die ich mit ihr verbringe, mit jeder Umarmung, liebe ich diese Frau mehr. Tina wird sich den Platz in meinem Herzen mit Freya teilen müssen. Ich dachte erst nicht, dass das nach so kurzer Zeit möglich sein könnte. Niemals würde ich die schönen Momente mit Tina vergessen, aber sie werden langsam blasser, denn die, die ich mit Freya erlebe, sind präsenter und greifbar frisch.
Ihr Kopf auf meiner Schulter, ihr Gesicht dicht an meinem, ihre Hand auf meiner Brust, alles echt, wogegen die Berührungen Tina’s nur noch gespeicherte Dateien in meinem Kopf sind. Meine Güte Leon Stolberg, du bist 41 Jahre alt. Du kannst doch nicht ernsthaft alleine alt werden wollen, spukt es in meinem Kopf herum.
Auf der Fahrt von der Squashhalle in meine Wohnung liegt Freya’s Kopf auf meinem Schoß.
„Alter Schwede, ich bin völlig fertig. Das gibt übelst Muskelkatze.“, informiert sie mich freudestrahlend. Ich kraule ihren Hals hinter dem Ohr, was sie sichtlich mit geschlossenen Augen genießt. ,
„Worauf du dich verlassen kannst, mein Hase.“
„Du bist aber noch ganz schön fit, alter Mann.“
„Ich geb dir gleich, von wegen ‚alter Mann‘.“
„Ist das eine Drohung, mein Lieber?“
„Ein Versprechen, mein Engel.“
Ihr Kopf legt sich zurück auf mein Bein. Ihr Finger massieren die Innenseite meines Oberschenkels. Manchmal kneift sie mich, was mich angesichts der übersäuerten Muskeln ein kurzes „Au“ aufmucken lässt.
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„Du hast es hier wirklich schön. Zeigst du mir den Rest der Wohnung?“
Mitten im Flur hat sie ihre Sporttasche fallen lassen, sich bei mir untergehakt und mich fragend angesehen.
Die Liebe fragt nicht, sie ist einfach da!
schreibt ulriketyress@gmail.com
Sehr schön und total glaubhaft
schreibt HansG