Dass du jedem Rock nachsteigt und alles vögelst, was nicht schnell genug auf den Baum kommt. Ich mag dich als Kumpel und wir kennen uns schon ewig, arbeiten zusammen und wissen Dinge voneinander, die sonst niemand weiß.
Aber Freya lässt du bitte in Ruhe. Kein flirten, kein anbaggern, keine anzüglichen Blicke, keine blöden Sprüche. Sie ist meine Freundin und ich liebe sie. Unter Freunden macht man sowas nicht, das ist schäbig, ein Tabu.
Wie gesagt, unsere Freundschaft bedeutet mir viel, aber Freya bedeutet mir mehr. Und ich werde nicht zögern unsere Freundschaft zu beenden, wenn du sie weiter so unverfroren anmachst. Hast du das verstanden Gero?“
„Ich wußte doch nicht, … dass ihr …“
„Doch Gero, zumindest wusstest du, was sie mir bedeutet. Vielleicht nicht, dass wir zusammen sind. Allein, dass ich einen Crush auf sie hatte, macht sie für dich zu einem ‚Rührmichnichtan‘.
„Es tut mir leid, Leon. Kommt nicht wieder vor. Aber bitte, sag Susi nichts davon.“
„Habe ich bisher auch nicht. Warum sollte ich es jetzt tun? Du bist alt genug Gero, so langsam solltest du deinem Alter entsprechend erwachsen werden. Denk mal drüber nach. Und jetzt muss ich was tun.“
„Du schmeißt mich aus deinem Büro?“
„Wenn du so willst … ja.“
Meine Worte haben ihn getroffen, das ist ihm anzusehen. Sein Blick gesenkt, seine Schultern fallen gelassen.
So hatte ich mir das vorgestellt. Ich wollte deutlich sein, hatte mir die Worte lange genug überlegt.
Eine innere Zufriedenheit überkommt mich. Lässt mich sogar ein bisschen grinsen. „…einen Crush haben …“, wie selbstverständlich mir das über die Lippen gegangen ist. Bis vorletzte Woche wusste ich nicht mal, was das bedeutet. Ich hatte es bei Nadine aufgeschnappt und sie dann gefragt, was sie damit meinte. Gefühle für jemanden haben, verliebt sein, so in etwa übersetzte sie mir das Wort, dass sich längst als fester Bestandteil der Jugendsprache etabliert hat.
Die Liebe fragt nicht, sie ist einfach da!
schreibt ulriketyress@gmail.com
Sehr schön und total glaubhaft
schreibt HansG