Zwischen Traum und Wirklichkeit

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Zwischen Traum und Wirklichkeit

Zwischen Traum und Wirklichkeit

Joana Angelides

Sie nahm wieder am Schreibtisch Platz und überdachte den Terminplan für die restliche Woche.
Am Freitag gab es wieder eines der rauschenden Feste, diesmal mit dem Motto „Eros und Psyche“
Die Teilnehmer konnten sich in römische oder griechische Gewänder hüllen, sie konnten sich anonym geben, alleine oder mit Partner kommen. Oder auch Partner finden. Es gingen Einladungen an befreundete Bordelle raus, sie werden ebenfalls Mädchen senden, die allerdings mit Broschen in Form von Rosen gekennzeichnet sein werden. Es werden wieder Liegen und Sofas bereitstehen, Polster verteilt im Raum aufliegen, in den Nischen heimliche Separees entstehen, Vorhänge als Sichtschutz geschlossen werden, sowie öffentlich Unzucht auf der Bühne beobachtet werden können. Pjotr wird als Stier auftreten und ein scheinbar unschuldiges Mädchen verführen. Sozusagen die Darstellung von Europa, wie sie von Zeus genommen wird.
Sie lächelte. Ihre Klientel liebte das sehr und diese Feste waren immer stark besucht. Alle wussten, alles nur Theater und niemand wird zu Schaden kommen.

Sie lehnte sich zurück und blickte an die Decke. Sie wird sich diesmal ebenfalls unter das Publikum mischen. Sie will einmal hautnah und vor Ort miterleben, wie das Fest, bzw. diese Orgie abläuft.

Da klopfte Pjotr an der Türe, sie bat ihn herein.
Er stand vor ihr, die Beine ein wenig breit auseinander, der Oberkörper mit einem weißen offenen Hemd nur teilweise bedeckt und sah ungeheuer erotisch aus. Sie räusperte sich.

„Pjotr, wir haben ja am Freitag wieder eines unserer orgastischen Feste und Du spielst wieder eine der Hauptparts. Deinem Brandmal entsprechend stellst Du Zeus in Form des Stieres dar, wie er Europa verführt. Es soll schon ein wenig Gewalt anklingen, die Kraft des Stieres, der Wille von Zeus und die ein wenig kaschierte Bereitwilligkeit von Europa, das auch geschehen zu lassen. Verstehst Du das?“
Er hatte offenbar noch nie etwas von griechischer Mythologie gehört, aber er nickte trotzdem folgsam.
„Also Pjotr, ich gebe dir hier ein Buch, da kannst Du das nachlesen.“

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