Sehen

Ansichten eines Fotografen

Ferdinand Freiherr von der Ferne

So eine schöne Frau.
Wie sie daliegt.
Nackt,
auf dem Rücken,
eine Hand unter ihrem Kopf,
die andere von sich ausgestreckt,
die Beine weit gespreizt.

Ein Anblick für Götter.
Ihre langen braunen Haare sind leicht gewellt
und liegen links und rechts ihres schönen Gesichtes
auf dem Bettkissen.

Ihre Brüste sind mittelgroß,
wunderschön geformt.
Ihre schlanken, vollen Beine sind nicht dünn.

Sie atmet tief und langsam.
Tiefschlaf.

Sie einfach nur so zu betrachten
ist ein Gebet an die Schönheit.

Ihm fallen so manche Wörter und Begriffe ein,
die mit dem menschlichen Körper zu tun haben.
Manche hören und fühlen sich ästhetisch und blumig an.

Wie Vagina, Vulva,
oder Pobacken.

Und unter seinen verschlossenen Augen
entstehen kleine Bildabläufe – wie Filme.

Vagina… wie eine sich öffnende bunte Blütenknospe.

Vulva… sich öffnende weibliche Schenkel,
die Einblick gewähren.

Dann gibt es Wörter,
die weniger blumig,
aber Erotisches auslösen.

Wie Klitoris, Orgasmus,
pralle Brüste,
pralle männliche Pobacken.

Dann gibt es Wörter und Begriffe,
die im herkömmlichen Sprachgebrauch
vulgär und ordinär erscheinen,
aber eine erotische Kraft besitzen.

Fotze, Schwanz,
Titten.

Und dann gibt es noch Begriffe,
die im Bereich menschlicher Körper und Erotik
abstoßend wirken,
die es jedoch seit langer langer Zeit gibt,
und niemand kommt auf den Gedanken,
diese abscheulichen Wörter gegen andere,
mal alternativ auszutauschen.

Geschlechtsverkehr.
Was für ein Wortungeheuer.

Im Englischen heißt es Sexual Intercourse.
Gar nicht fies dagegen,
nicht?

Doch welcher deutsche Mensch
hat sich das Wort Warzenvorhof ausgedacht?

Den hätte ich degradiert,
gefeuert,
in die Wüste geschickt,
vorher im Arsch getreten.

Im Englischen Areola.
Klingt doch apart dagegen.

Von solchen Dingern gibt´s noch so manche,
aber er will sich das Bild von Melissa nicht verderben.

Sie schläft so sanft.
Er denkt nach.

Ich mag es, ein solches Bild festzuhalten,
ja, fotografisch.

Aber leider hab ich nichts dabei,
keine Kamera,
kein Handy,
nichts dergleichen.

Dabei liebe ich Details.
Ich könnte von Melissa gerade jetzt
so süße Details aufnehmen.

Festhalten für eine kleine Ewigkeit.

Ich könnte nah heran,
an ihren wunderschönen Busen
und erst auf die linke,
dann auf die rechte Brustwarze –
ja, ist auch so ein Begriff…

Brust-Warze… Warze.

Da denke ich gleich an die Warze
auf der Nase der Hexe
aus Hänsel und Gretel.

Ja nun, jedenfalls würde ich ihre –
ja, Nippel –,
das klingt doch viel hübscher!

Nippel.

Und nah ran-gezoomt –,
dann ihre Areolen…
Rosig wie sie sind.

Schöne Bilder.

Ihren Mund, ihre Augen,
ihre süßen kleinen Ohren,
die halb von ihren braunen Haaren bedeckt sind.

Wunderschön.

Aber leider ist ihr Po nicht sichtlich präsent.

Dafür aber ihre – Muschi –
ja, Muschi…
diesmal ein so süßes Wort!

Ja, ihre offen stehende Muschi
würde ich knipsen.

Ganz von nah! Großaufnahme,
Poster von machen!

Ich liebe Details.

Zugriffe gesamt: 10