Sehen
Antibes 1975
Bonjour, cheri !
Ich übersetze meinen Brief an dich mit KI,
also wundere dich nicht.
Ich bin die Froschschenkelfrau
aus Antibes anno 1975.
Als ich eben einen alten Schrank
aufgeräumt habe,
den mein Mann und ich verschrotten wollen,
habe ich einen Zettel
mit deiner Adresse gefunden.
Und sofort ist mir alles
wieder eingefallen.
Die Hitze an diesem Sommernachmittag,
als meine Freundin und ich
mit ihrer roten Ente
einfach so herumgefahren sind,
auf der Suche nach irgendetwas,
das uns begegnet.
Da standen zwei Jungs
am Straßenrand,
mit Daumen raus.
Einer mit übel langen Haaren,
etwas lockig.
Der gefiel mir, sagte ich sofort zu meiner Freundin.
Der andere hatte kurze Haare,
auf sowas stand sie eher.
Also es war schon abgemacht,
bevor die überhaupt einstiegen.
Sie waren Deutsche und allein ihr Akzent
war eine Wucht.
Wir mussten so lachen,
wenn sie französisch radebrechten.
Ja, sie konnten es ganz gut,
angeblich hatten sie es
in der Schule lange gelernt.
Aber der Akzent, zum Mäusemelken.
Meine Freundin und ich
mussten uns nur immer wieder anschauen,
nachdem einer von denen
etwas gesagt hatte,
dann brachen wir in Lachen aus.
So süß !
Wo sie denn hinwollten,
fragten wir.
Nirgendwohin, sagten sie.
Also luden wir sie einfach ein
in das Haus meiner Freundin,
deren Eltern verreist waren.
Wir hatten eine hemmungslose Nacht.
Es war einfach alles so lustig
und eine so abgefahrene Stimmung,
dass es keinen Grund gab,
keinen Sex zu haben.
In getrennten Zimmern,
aber mit offener Zwischentür.
Das Stöhnen der anderen
peitschte uns gegenseitig auf.
Ich vergesse nie, wie die ewig langen Haare des Lockigen,
also deine, cheri,
über meine nackten Brüste strichen
und dann in Richtung Mou mou…
und dann deine Zunge,
oh, mon dieu,
es war exceptionelle
und ich glaube,
so laut habe ich noch nie
beim Orgasmus…
Später fragte mich meine Freundin
sogar noch einmal danach,
sie ist da eher leise.
Die Nacht verfloss mit Rotwein,
Sperma
und weiteren Flüssigkeiten
und irgendwann schliefen wir ein.
Wir erwachten im hellsten Sonnenschein
und heißen Temperaturen.
Jetzt hatten unsere Jungs Hunger,
wo sie doch toute la nuit gearbeitet hatten.
Wir fuhren zu unserem Lieblingslokal
ans Meer,
natürlich in kurzen Sommerkleidchen.
Und dann hattest du
diese verrückte Idee,
meine Schenkel zu essen.
Zu sehen, wie sie schmecken.
Und du fragtest, warum sie nicht grün seien
wie Froschschenkel.
Wir lachten uns wieder kaputt,
ihr mit eurem irre charmanten Akzent.
Wie geht es dir heute?
Denkst du noch an mich,
an uns?
Nur eine Nacht und ein Morgen,
aber unvergesslich.
Ist deine Zunge immer noch so irresistible,
cheri?