Sehen

Aspekte von „Frau & Mann“

Ferdinand Freiherr von der Ferne

Das ist es:
in Zeiten wie diese,
unsere heutigen –
wo das Gendern,
das „mee too“,
das Frauengleichstellungsprinzip,
Frauenquotensystem usw. –,
fester Bestandteil unseres
gesellschaftlichen Alltags ist –
–, also in Zeiten
in der die Frau
(mehr als) gleichberechtigt ist –;
also offiziell,
vom Gesetzgeber reglementiert
und von der Gesellschaft akzeptiert –,
also in diesen Zeiten,
wo „Frau“ es absolut nicht nötig hat,
sich vom Mann,
von Männern maßregeln,
oder „beherrschen“ zu lassen –
sei es in der Partnerschaft,
in der Ehe,
im Beruf,
oder sonstwo in Freizeit
oder in der öffentlichen Gesellschaft –;
in Zeiten wie diese
gibt es dann dennoch Frauen,
die sich freiwillig unterordnen,
dominieren lassen wollen –
und zwar in sexueller Hinsicht.
Ja, diese Masochistinnen
kommen heutzutage nicht gerade selten vor.
(Sie sind ebenso ein Phänomen unserer Zeit
wie die männlichen Machos,
die sich gegenüber Frauen gebärden
wie in früheren Zeiten –
also von Anbeginn der Menschheitsgeschichte
bis zur sogenannten „sexuellen Revolution“
in den späten 60ern.)
Wie kommt das?

Ich habe eine Arbeitskollegin,
die ist mir sehr zugetan,
ich würde sagen wir sind
„gut Freund“ miteinander.
Wir tauschen uns,
was unser Privatleben –
unsere privaten Problemchen, betrifft,
vertrauensvoll aus,
beraten uns hierin
und geben uns Hilfestellungen,
wo immer es geht.
Wir wissen auch vieles Intimes voneinander.
So weiß ich z.B.,
daß sie ein ausgesprochenes Faible
für sadomasochistische Praktiken
in ihrem Sexleben hat.
Sie spielt hierbei die Rolle
der Masochistin.
Und ihre jeweiligen Lover
sollen sie dominieren –
aber nur so,
wie sie es will.
Versteht sich.
Innerhalb der festgesetzten Regeln,
die sie mit ihren Lovern vereinbart hat.
Sie ist eine sehr selbstbewußte,
starke Persönlichkeit.
Ja, und ihre Lover –
die sollen dann aber bitteschön
„echte Kerle“ darstellen.
Heißt, alle muskelbepackten,
breitschultrigen,
gern mit finsteren Gesichtern ausgestattete Männer,
die in der Lage sind
eine Frau nach allen Regeln
der BDSM-Kunst zu dominieren.
Das heißt optisch muß da schonmal alles stimmen:
Größe,
muskelbepackte Figur,
und vor allem das Talent
eine Frau dominieren zu können!
In sexueller Hinsicht,
versteht sich.
Gerne dürfen sie auch
„dominante“ Berufe,
oder Titel haben –
wie Richter,
Ärzte,
Firmenchefs,
oder sich dürfen auch einfach nur reich sein.
Auf der anderen Seite gehen aber auch
finster dreinschauende Bauarbeiter,
Polizisten,
Feuerwehrleute oder andere –
echt männliche Berufe!
Ja, hier lebt das Klischee!
Und dann geht die sexuelle Post ab,
dann schwelgt meine Kollegin
in Gefilden,
die heutzutage eine Frau
ABSOLUT ABLEHNEN UND VERACHTEN würde!
Also offiziell,
gesellschaftlich gesehen.
Wie eine solche Sex-Praktik im Detail aussieht,
soll hier gar nicht erörtert werden,
fest steht einfach das Phänomen.

Und genauso auf der anderen Seite:
in Zeiten wie diese –
in unserer heutigen Zeit,
gibt es Männer –
zuhauf –
die gegenüber Frauen eine (innere) Einstellung haben,
die wie aus grauer Vorzeit zu stammen scheint.
Patriachat,
sagen wir nur.
Ja, und diese Männer
leben ihre Männlichkeit innerlich sowieso,
aber gern auch äußerlich,
soweit es ihnen möglich ist –
in solchem Sinne aus:
Das sind Machos wie aus einem Klischee-Bilderbuch.
Einerlei wie attraktiv oder unattraktiv sie sind –
sie gebärden sich gegenüber Frauen einfach…
sagen wir unglaublich unmöglich.
Im 21. Jahrhundert.
Schauen wir doch einfach mal
in die millionenfachen Pornofilmchen
der zigtausenden Pornoseiten im Internet.
Da bedarf es doch keinerlei Kommentar mehr –
wie „Mann“ heutzutage –
wie in allen Zeiten –
tickt.

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