Sehen
Auf und Ab
Es begann mit einem Streit um nichts.
Sie warf mir vor,
den Müll nicht rausgebracht zu haben.
Ich konterte,
sie vergesse ständig,
die Spülmaschine einzuräumen.
Schreien, Türenknallen, Beleidigungen.
Dann, im Wohnzimmer,
packte ich sie am Arm.
Sie schlug mir ins Gesicht.
Der Schlag brannte,
und plötzlich küssten wir uns.
Kleidung flog weg.
Ich drückte sie gegen die Wand,
drang ein, hart und schnell.
Sie keuchte,
kratzte meinen Rücken.
Danach lagen wir erschöpft da,
versöhnt.
Das wurde unser Muster.
Jeden Tag.
Morgens beim Frühstück:
Sie kritisierte meinen Kaffee.
Ich nannte sie faul.
Streit eskalierte,
bis wir im Bett landeten.
Sie ritt mich,
schlug mir auf die Brust.
Ich hielt ihre Hände fest,
stieß zu.
Schweiß, Stöhnen, Orgasmus.
Frieden bis abends.
Abends:
Ich kam spät heim,
sie warf mit Tellern.
Ich schrie zurück.
Versöhnung auf dem Sofa.
Sie auf den Knien,
saugte mich aus. Komplett.
Ich zog an ihren Haaren,
drehte sie um,
nahm sie von hinten.
Immer intensiver,
immer wilder.
Kein Tag war langweilig.
Streite variierten:
Eifersucht, Geld, Familie.
Immer endete es mit Sex.
Mal im Auto,
mal in der Küche.
Sie biss mich,
ich ohrfeigte sie leicht.
Adrenalin mischte sich mit Lust.
Wir lachten danach,
eng umschlungen.
Nach einem Jahr spürte ich Müdigkeit.
Streite kosteten Kraft.
Sex hielt uns zusammen,
aber der Körper litt.
Blaue Flecken, Kratzer.
Sie hatte dunkle Ringe unter den Augen.
Doch wir machten weiter.
Zwei Jahre später:
Ich humpelte,
sie hustete ständig.
Streit um Kleinigkeiten,
dann Sex,
der mehr Schmerzen als Freude brachte.
Wir waren Wracks –
physisch zerbrechlich,
emotional abhängig.
Keine Langeweile,
aber total ausgebrannt.
Eines Abends,
nach dem üblichen Akt,
sagte sie:
"Das muss aufhören."
Ich nickte.
Wir trennten uns,
heilten.
Aber die Erinnerungen blieben heiß.