Sehen

aus reiner Wohltätigkeit

Luiz Goldberg

In ihren Mund zu spritzen
ist für mich die reinste Wohltätigkeit,
ein Akt der puren Nächstenliebe.

Da kniet sie,
meine kleine Spendersammlerin,
die Augen glänzend vor Vorfreude,
während ich mich in langsamen, genüsslichen Stößen
ihrem hungrigen Rachen nähere.

Jeder Zentimeter ihres warmen, feuchten Munds
umschließt mich wie eine samtene Falle,
die Zunge tanzt ungeduldig um die Eichel,
saugt, leckt, melkt mich
mit einer Hingabe,
die jeden Bettler neidisch machen würde.

Sie weiß genau, was kommt –
mein Beitrag zur Menschlichkeit,
dick, cremig und pulsierend.

Und ich lasse es kommen,
pumpe in harten Schüben direkt in ihre Kehle,
fülle ihren Mund mit meiner warmen, salzigen Gabe,
bis es überquillt
und in dicken Fäden über ihr Kinn tropft,
über die Wangen läuft
wie Tränen der Dankbarkeit einer geretteten Seele.

Sie schluckt nicht alles sofort,
nein, das wäre zu einfach, zu undankbar.

Stattdessen lässt sie es sich auf der Zunge sammeln,
kostet es wie edlen Wein,
bevor sie den Rest
mit einem schelmischen Grinsen über die Lippen laufen lässt.

Ihre Finger fahren durch die klebrige Spur,
verteilen sie auf der Haut,
als wäre es heiliger Balsam.

Und dann der Höhepunkt meiner Mildtätigkeit:
Sie leckt sich die Lippen,
fängt die herablaufenden Tropfen mit der Zungenspitze auf,
saugt sie ein wie eine Verdurstende in der Wüste.

Jede Bewegung ist pure Ekstase,
ihr Gesicht glänzt vor meinem Saft,
ein lebendiges Gemälde der Verschwendung und Fülle.

Schließlich beugt sie sich vor,
presst ihren besudelten Mund auf meinen,
und wir küssen uns lang und tief.

Unsere Zungen verschmelzen,
teilen den Geschmack – meinen Geschmack –,
salzig, bitter, animalisch.

Ich schmecke mich selbst in ihr,
spüre die Reste meiner Spende zwischen unseren Lippen,
und es ist, als würde ich mich verdoppeln,
mich in ihr verewigen.

Sie stöhnt in meinen Mund,
ihre Hände greifen in meinen Nacken,
ziehen mich näher,
als wollte sie die gute Tat für immer versiegeln.

In diesem Moment
bin ich der größte Wohltäter der Welt.

Kein Benefiz-Gala, kein Promi-Fick für die Armen –
nein, hier gebe ich alles, direkt und ohne Umwege.

Sie nimmt es an, dankbar, gierig,
und ich fühle mich erlöst, gereinigt durch ihre Kehle.

Eine gute Tat, die sich lohnt,
die mich hart macht für die nächste Runde.

Denn Nächstenliebe hört ja nie auf,
besonders nicht,
wenn sie so feucht und eng endet.

Und morgen?
Morgen spende ich wieder,
tiefer, härter,
bis sie überläuft vor lauter Barmherzigkeit.

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