Sehen

Beichtgeheimnis

Ferdinand Freiherr von der Ferne

Pastor Wagner war ein stattlicher Mann.
Groß gewachsen,
und mit seinen 52 Jahren
noch im besten Alter.

Er hätte als gutaussehender Mann
durchgehen können,
wenn er nicht ständig
so finster dreingeschaut hätte.

Heute war unter anderem
auch wieder Fräulein Fischbach,
die 18jährige Tochter
des Dorfmetzgers
zur Beichte erschienen.

Mit ihr hatte er seit langem
eine Vereinbarung getroffen.

Nachdem Fräulein Fischbach
noch etwa vier oder fünf
ältere Frauen
vorgelassen hatte,
kam sie als Letzte dran.

So erhob sie sich von der Kirchenbank,
auf der sie zuvor kniend
gebetet hatte
und schritt auf den Beichtstuhl zu
und kniete sich
vor das Beichtgitter hin.

Pastor Wagner begann:
„Der Herr,
der jedes Herz erleuchtet hat,
helfe dir,
meine Tochter,
deine Sünden zu erkennen
und auf seine Barmherzigkeit
zu vertrauen.“

– „Amen“, sprach Fräulein Fischbach.

– Den Zuspruch von Pastor Wagner
kannte Fräulein Fischbach
schon zur Genüge
und dachte
– gemäß der Vereinbarung
die sie mit Pastor Wagner getroffen hat –,
daß es doch bei Gott
nicht mehr nötig sei.

Aber Pastor Wagner spulte seinen Sermon
dennoch ab:
„Gott,
der unser Herz erleuchtet,
schenke dir
wahre Erkenntnis
deiner Sünden
und seiner Barmherzigkeit.“

– „Amen.“

– „Meine Tochter, was hast du mir heute
vor Gott zu bekennen?“

– Endlich kommt er auf den Punkt,
dachte Fräulein Fischbach,
und legte sogleich los.

Von dem feschen Pauli,
der Alt-Knecht
am großen Moser-Hof war,
den sie im Kuhstall
mit dem Mund befriedigt hatte
und das mit dem Mitterbreitfeld-Gustl,
den sie in seinem eigenen Schlafzimmer
verführt hat,
indem sie sich umgekehrt,
heruntergebückt,
ihr Dirndl hochgehoben,
ihren Schlüpfer heruntergezogen
und ihre Arschbacken
auseinandergezogen hatte
– und…

Und an dieser Stelle
brauchte sie
eine Atempause.

„Und was geschah dann,
meine Tochter?
Schildere diese deine Sünde
in allen Einzelheiten!“
Pastor Wagner atmete schwer.

Nun gut, dachte Fräulein Fischbach,
du willst es ja so.

Und Fräulein Fischbach
legte sich jetzt aber
so richtig ins Zeug,
sie ließ keine Schweinerei aus,
sie brauchte auch nicht
zu flunkern
oder zu übertreiben,
alles war wahrheitsgetreu.

Ihr war es ohnehin klar
und auch egal,
daß sie hier
in Unterachenbach
als Dorfmatratze galt.

Sie schnackselte halt gern,
und wenn Dorfbuben sie
von weitem auch mal
„Flitsche“ riefen,
dann überkam sie dabei
nicht viel mehr
als ein müdes Lächeln.

Sie war halt eine stattliche,
kernige Oberbayerin
mit Freiheitsdrang,
was soll´s?

Während all dieser Details,
die Fräulein Fischbach
dem Pastor Wagner
durchs Beichtstuhlgitter
zuflüsterte,
dachte sie
mit Genugtuung daran,
daß gleich er,
Pastor Wagner dran war,
seinen Beitrag
ihrer beiderseitigen Vereinbarung
zu erfüllen.

Und schon kam das erlösende:
„Et ego te absolvo a peccatis tuis
in nomine Patris,
et Filii,
et Spiritus Sancti.
Amen!“

Puh, und nun die Buße.

Neben den üblichen drei Rosenkränzen
die sie abzubeten hatte,
kam jetzt das,
was laut Vereinbarung
noch nachkam:

Pastor Wagner war jetzt noch gehalten,
all das aufzuzählen,
was ER für Fräulein Fischbach
als Strafe vorsehen würde.

Und dabei überkam es
Fräulein Fischbach
regelmäßig,
körperlich
– in ihrer Schamgegend.

Bei dem ganzen geilen Zeugs,
was ihr Pastor Wagner
in drastischsten Bildern
als Buße für sie schilderte,
die ER ihr verabreichen würde,
schoß ihr regelmäßig
das Blut ins Gesicht
bis zur leuchtenden Röte
und sie legte dabei auch immer
Hand an sich
– also unter ihrem Dirndl
zwischen ihren Beinen,
und erleichterte sich.

„Nein, Hochwürden, das würden Sie wirklich
mit mir machen?“

– „Ja, meine Tochter,
Buße muß halt sein!“

– Und Pastor Wagner
legte noch so einiges nach,
an fiesen Strafen,
in weiteren farbenfrohen Bildern
– was alles er
mit Fräulein Fischbach
machen würde –
als Buße
für ihre Sünden.

– Als Fräulein Fischbach schließlich
aus dem Beichtstuhl trat
und auf die Kirchenbänke zuging
um sich zum Gebet
hinzuknien,
waren ihre Knie
so weich geworden,
daß sie beinahe
auf die Steinfliesen fiel.

Schon vor dem Rosenkranzbeten
fühlte sie sich erlöst.

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