Sehen
Blind Date
Sie gehorcht!
Ich kann es kaum glauben.
Es war meine langgehegte Fantasie,
eine Frau zu besitzen,
einfach zu besitzen
und ohne falsche Rücksicht
und Gefühls-Bla-Bla
mit ihr zu machen,
wonach es mich gelüstet.
Und es gelüstet mich
nicht nach Normalität.
Mich erregt der Befehlston,
mein Befehlston,
mich erregt es,
sie einfach als ein Sammelsurium
von Löchern zu betrachten,
die ich nach Lust und Laune
benutzen kann.
Es erregt mich, wenn ich denke,
dass sie leidet.
Und noch mehr erregt es mich,
wenn ich das Gefühl habe,
dass sie gerne leidet.
Dass sie es quasi selbst ist,
die sich weh tut,
aus welchen Gründen auch immer.
Ich bin nur das Mittel
zu ihrem Zweck,
ihr Erfüllungsgehilfe.
Allerdings hätte ich niemals
damit gerechnet,
dass es so eine Frau
tatsächlich gibt.
Es gibt sie.
Wir haben uns online gefunden,
so wie es heute eben läuft.
Sie hatte ein Foto von ihrem Körper
auf ihrem Profil,
Hals abwärts.
Ihr Gesicht zeigte sie nicht.
Ihr Körper war schön,
zart und jung
und quasi unberührt,
so wirkte er auf mich,
und er schien mir
wie eine Einladung,
ihn zu schänden.
Ja, ich bin pervers.
Aber mal ganz ehrlich:
Wer ist das nicht?
Wenn es um sexuelle Erregung geht,
dann reicht es nicht,
sich tief in die Augen zu blicken
und in Liebesgefühlen zu schwelgen.
Das mag auch mal schön sein
und vielleicht ist es vor allem
für so manches Mädchen
ein wenig befeuchtend.
Aber mich bringt es nicht einmal
in die Nähe
eines geschwollenen Gliedes.
In mir steckt ein Teufel,
ich will die Schwäche einer Frau
auf die Spitze treiben,
sie soll all ihre Würde verlieren,
freiwillig hergeben,
so dumm
und deshalb so geil.
Ich habe ihr von Anfang an gesagt,
es wird nicht leicht für sie.
Ob sie sicher ist, dass sie sich das antun will.
Ich habe ihr klipp und klar gesagt,
dass sie mich niemals sehen wird.
Ihre Augen werden bei allen Treffen
verbunden sein,
und zwar richtig.
Ich sorge dafür, dass es undurchsichtiges
und gut haltbares Material ist.
Eine Latex-Augenbinde,
die sich auf ihre Haut klebt.
Sie wird mich nur spüren.
Und sie wird sich nicht dagegen wehren,
sondern alles ertragen,
und all meine Anweisungen befolgen.
Meine erste Anweisung lautete:
Hol dir an der Hotelrezeption
die Karte
für Zimmer Nummer 132.
Geh ins Zimmer und zieh deine normale Kleidung aus.
Darunter sollst du knappe Latexklamotten tragen.
Befestige die Augenbinde sicher
und undurchschaubar
über deinen Augen.
Knie dich aufs Bett,
so dass dein nackter Arsch
zur Tür zeigt.
Warte so auf mich und beweg dich nicht.
Sie gehorchte.
Ich konnte mich an allem bedienen,
was sie zu bieten hatte.
Schaute mir alles genau an.
Nutzte meine Reitpeitsche
ohne Gnade.
Sie wehrte sich nicht.
Ganz im Gegenteil.
Sie schrieb mir einen verliebten Brief.
Nach diesem Brief wusste ich,
dass ich weitergehen durfte.
Sie würde alle meine Anweisungen befolgen.
Ich wurde einfallsreicher.
Und strenger.
Ich verließ sie immer,
ohne sie von ihrer Augenbinde
zu befreien.
Das durfte sie selbst tun,
nachdem ich weg war.
Oft saß ich unauffällig
im Foyer
und beobachtete sie.
Ich sah, wie sie ein wenig hinkte,
weil sie noch Schmerzen hatte.
Sofort kamen mir neue Fantasien
für das nächste Mal.
Sie werden erfahren,
wie es weiterging.
Demnächst.