Sehen

Das schwere Leben eines Künstlers

Charles Haiku

Es ist nicht leicht ein
Künstler zu sein. Es ist
so gar schwer, verdammt
schwer. Ein hartes Brot
sozusagen.

Ich meine damit nicht Hunger,
kreative Krisen oder chronische
Finanznot, sondern es sind
Groupies, Groupies und nochmals
Groupies.

Dieses ständige Pulk weiblicher
Fans der einen umlagert
ist furchtbar.

Und erst die ungeniert vorgetragenen
Entjungferungswünsche sechzehnjähriger Teenager.

Nur mit Mühe kann sich
ein verantwortungsbewußter Künstler wie
ich, sich diesen entziehen.

Doch welcher Mann kennt schon
alle Tricks, mit denen
sich eine Frau versucht
Zugang zu seinen Bett
zu verschaffen.

Da wird der Hotelpage von
der Kleinen mit den
große Brüsten und der
blonden Mähne schon mal
mit etwas Petting bestochen
, um die Zimmernummer
zu erfahren.

Erfahrenere Groupies lernen es,
den Hintereingang zu benutzen,
um den Weg ins
gelobte Bett zu finden.

Und dann erst die Ansprüche
heutzutage!

Kaum weigert man sich,
mehr als eine pro Nacht
zu beglücken, bricht ein
wütender Proteststurm los.

Und sie können mir glauben,
wenn ich erschöpft von
einem Konzert, einer Lesung
oder einem Live-Auftritt
im Fernsehen rücklings auf
dem Sofa liege und
irgendeine Unbekannte gerade mein
Gemächt verwöhnt, ist es
definitiv abtörnend, wenn eine
zahnspangenbewerte Meute gegen die
Tür hämmert.

Dieser Haufen schlüpferloser, geiler
Weiber, der nichts anderes
kennt, als die Sucht
in meinem Bett zu
liegen, aus meinem Schwanz
zu trinken und aus meiner
Hand zu fressen.

Doch lasse ich sie dann
hinein ist das Geschrei
nur um so größer.

Keine ist bereit sich mich
mit einer anderen zu teilen.

Schmeiße ich dann die Hälfte
wieder hinaus, um im Bett
etwas Platz für mich zu
schaffen, geht so etwas
nicht ohne ein bißchen
Gewalt, Tränen und zertrümmertes
Mobiliar.

Die Presse schreibt dann ungeniert
Artikel über meine skandalösen
Privatorgien.

Als wenn ich auf die
Idee gekommen wäre, mit
drei Frauen im Bett zu
liegen.

Frechheit.

Nein, glauben sie mir.
Dieses Leben wünsche ich keinem.

Vielleicht sollte ich auswandern.

Für Brasiliens Copa Cabana
besitze ich schon seit längerem
eine Schwäche.

Oh, ja.

Am Strand liegen, eine eiskalten
Martini schlürfen und dabei
sanft den Rücken massiert
zu bekommen...

Die ist durchaus eine akzeptable
Alternative.

Doch wie ich mich kenne,
daurtes nicht lange und irgendeine
dunkelhäutige Bikini-Schönheit setzt sich
neben mich und fragt:
"Sind sie nicht Herr Charles Haiku?
Ich kenne sie aus dem
Fernsehen!" und alles fängt
von vorne an.Darum erfreuen sie
sich an einem normalen Leben
und bleiben sie aus diesem
Grund immer anständig, moralisch und
sauber und grüßen sie mir alle,
die sie Barfuß treffen.

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