Sehen
Das Sofa - Der Langeweile der Mädchen
Auch ein Sofa kann sich langweilen
und manchmal auch träumen.
Wenn Sie sich fragen,
wie ein Möbelstück das fertigbringt —
nun,
ich war einmal ein Mensch
und wurde von einem Dschinn
in ein Sofa verwandelt,
das jetzt hier in einem Bordell steht
und die unterschiedlichsten Dinge erlebt.
Aber heute ist tote Hose.
Es ist Dienstag,
und es gibt keinen Mann,
der Interesse hat,
in einem verruchten Etablissement wie diesem aufzutauchen,
um sich sexuell befriedigen zu lassen.
Vielleicht liegt es daran,
dass es zu heiß ist.
Vielleicht liegen die jungen Männer alle am See
und lassen die Sonne auf ihre Körper scheinen.
Vielleicht schwitzen die älteren Herren in ihren Büros,
tupfen mit dem Taschentuch den Schweiß von der Stirn
und zählen lieber das Geld,
anstatt in einem Bordell eine Hure zu besteigen.
Selbst die Wanduhr tickt gelangweilt.
Die Mädchen haben nichts zu tun
und fangen an,
Unsinn zu machen.
Hilde und Trude laufen ziellos durchs Bordell,
und irgendwann kommen beide nebeneinander
auf mir zu sitzen.
Sie gucken sich an,
seufzen
und beginnen,
sich ein bisschen zu umarmen,
weil man sonst nichts zu tun hat.
Ein bisschen träumen
und darauf warten,
dass es an der Tür klingelt.
Aber es klingelt nicht.
Dann merke ich, wie Hilde Trude sanft am Hals küsst.
Die hat nichts dagegen.
Ich spüre, wie sie es genießt,
nicht von einem schnauzbärtigen Mund verwöhnt zu werden,
sondern von den sanften, zarten Lippen Hildes.
Plötzlich beginnen sich beide
aus ihrer Umarmung zu lösen.
Sie schauen sich an,
intensiv,
und Trude steckt Hilde langsam die Zunge in den Mund.
Ich kann es fast spüren,
wie zärtlich und doch leidenschaftlich
sich beide küssen.
Nicht nur sie werden erregt,
sondern auch ich.
Ich werde neidisch,
weil ich mitmachen würde,
und bin gleichzeitig fasziniert —
denn diese Szene ist so sinnlich und intim,
wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe.
Sie ziehen sich gegenseitig aus,
legen sich in die 69er-Stellung
und fangen an,
sich auszuschlecken.
Irgendwann beginnen sie auch,
ihre Mösen aneinander zu reiben,
und fangen an,
intensiv zu stöhnen —
worauf auch ich stöhne.
Und Herrgott, während die beiden sich zu einem wunderbaren Orgasmus reiben,
bleibe ich wieder da,
unbefriedigt,
unfähig,
meine Erregung in einem orgastischen Schrei zu lösen.
Ich bin auf ewig verdammt,
ein frigides Sofa zu bleiben.
Die beiden hingegen sind befriedigt,
kichern
und lassen mich ohne einen erlösenden Orgasmus zurück.