Sehen

Das Sofa - Die Post-Razzia-Party

Tom Thomson

Ich werde nicht müde zu erzählen,
dass ich früher einmal ein Mensch war.
Jetzt bin ich ein Möbelstück:
ein Sofa,
das in einem Bordell steht,
von einem Dschinn verzaubert,
weil ich eine Wette verloren habe.

Vor ein paar Minuten fand hier eine Razzia statt.
Die Puffmutter Gisela hatte sich den drei Polizisten energisch in den Weg gestellt —
und clever, wie sie ist,
mit drei jungen Mädels im Schlepptau,
die sie den Polizisten als junge, unschuldige Mädchen präsentierte,
die hier doch nur auf ehrliche Weise ihren Lebensunterhalt verdienten.

Ich brauche niemandem zu erzählen,
dass die drei Herren Polizisten und die drei Mädchen sich innerhalb kürzester Zeit auf mir einfanden
und eine erste Inspektion begann.

Der eine Polizist schob seinen Knüppel demonstrativ vor und zurück
und ließ ihn dabei so durch seine andere Hand gleiten,
dass man das Gefühl bekam,
eigentlich wichse er den Knüppel.

Mitzi nahm ganz unbefangen die Handschellen des anderen Polizisten in die Hand
und fragte gespielt ängstlich,
ob man sie denn fesseln wolle.
Der Polizist gab ihr die Handschellen und sagte:
„Nun, Sie können ja ausprobieren,
ob sie Ihnen passen —
oder ob Ihre Arme vielleicht zu dünn sind,
sodass Sie wieder herausrutschen.“

Ich stöhnte innerlich auf —
andererseits machte mich die Szenerie schon ein bisschen an.
Ich habe ein Faible für Gruppensex.

Damit die Herrschaften ein bisschen zu Pott kamen,
fing ich an,
mit meinen Sprungfedern zu spielen,
sodass ich auf und ab zu wippen begann,
ganz so,
als würde man auf mir vögeln.

Ich glaube, diese emotionale Aufwallung meinerseits übertrug sich auf die sechs Personen,
denn es dauerte nicht lange,
da lagen sie splitterfasernackt auf mir
und trieben es nach allen Regeln der Kunst.

Das versetzte mich selbst in eine derart entzückte Ekstase,
dass ich wollüstig aufstöhnte —
was sich für die Anwesenden eher nach einem Knarren meines Holzgestells anhörte.

Aber — und hier verfluche ich den Dschinn wieder —
kam mein altes Problem zum Vorschein.
Ich kam nicht zum Orgasmus.

Ekstase, ja. Empfindung, ja.
Aber keine Erlösung.

Im Gegensatz zu den drei Pärchen auf mir,
die nacheinander ihre Wollust herausstöhnten.
Ich konnte nur zusehen,
wie die Polizisten kräftig abspritzten
und ermattet auf mich herabsanken.

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