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Das Sofa - Eine private Party

Tom Thomson

Frau Bohle und ihr Ehemann laden zu einer kleinen Party ein. Ich habe mitbekommen, dass es an diesem Wochenende – es ist ein Sonnabend – eine kleine private Party geben soll. Der Klavierlehrer wird eingeladen, er soll ein bisschen musikalische Untermalung liefern. Herr Bohle hat noch zwei Tänzerinnen aufgegabelt, und ich glaube, ihre Qualifikation ist nicht nur das Tanzen auf einer Bühne. Und dann sind da noch zwei grommelierte Herren, die aber durchaus einen gediegenen Eindruck machen. Die Runde ist sehr intim, aber nichtsdestotrotz ist die Stimmung hervorragend.

Der Klavierlehrer spielt Chopin, und ich kann sehen, dass er sowohl mit Frau als auch mit Herrn Bohle flirtet. Ich glaube, es macht ihm Spaß, mit beiden Geschlechtern anzubandeln. Die beiden Herren kümmern sich derweil sehr intensiv um die beiden jungen Tänzerinnen, die einmal demonstrieren sollen, was sie denn so künstlerisch draufhaben. Die eine sagt, sie sei im Bauchtanz sehr erfolgreich und habe diese Kunst einst in Indien gelernt.

Die beiden Herren bekommen kleine Trommeln und müssen darauf den Takt schlagen, während die eine Tänzerin beginnt, sich kunstvoll zu bewegen und dabei Stück für Stück zu entkleiden. Die andere bekommt fast Lust mitzumachen. Auch sie zieht sich aus, und plötzlich tanzen beide den erotischsten Tanz zweier Frauen, den ich seit Langem gesehen habe. Mittlerweile sind sie nackt, sie gehen an die Herren heran und beginnen, ihnen beim Tanzen die Krawatten auszuziehen. Das gefällt diesen natürlich ausgenommen gut, und so stelle ich fest, dass innerhalb kürzester Zeit alle nackt sind. Selbst der Klavierlehrer hat sich ausgezogen und fummelt Herrn Bohle am Gemächt herum, während er mit der anderen Hand die Feige von Frau Bohle kitzelt.

Was soll ich sagen: Es endet, wie es enden muss. Alle kommen früher oder später auf mich und vögeln sich gegenseitig durch, dass es nur so kracht. Und ich muss sagen, ja, dieser Exzess macht mich an, macht mich geil – und wieder kommt das alte Problem zum Vorschein. Ich werde bis aufs Äußerste gereizt und kann doch keine Erfüllung in einem eigenen Orgasmus finden. Frustriert knarren meine Sprungfedern, sodass der eine fast schon Angst hat, ich könnte kaputtgehen. „Ach", sagt Herr Bohle, „die knarrt öfter, aber sie geht nicht kaputt."

Weise Worte, Herr Bohle. Wenn Sie wüssten, was ich weiß. Wenn Sie wüssten – oder besser noch, wenn Frau Bohle wüsste, welche Dame hier geknattert wird, sobald sie nicht anwesend ist. Aber ich kann mir bei Frau Bohle sogar vorstellen, dass ihr das keinen großen Kummer bereiten würde. Ich glaube, ich bin hier in einem sehr freizügigen Haushalt, der seiner Zeit moralisch um einiges voraus ist.

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