Sehen

Das Sofa - Prolog

Tom Thomson

Ich bin ein Sofa.
Das ist insofern bemerkenswert,
weil ich eigentlich ein Mensch war.

Aber dummerweise wurde ich
von einem Dämon
in ein Sofa verwandelt.

Aber in ein Sofa, das sich seiner selbst bewusst ist.

Und was soll ich Ihnen sagen,
dieses Sofa, also ich,
wurde dazu verdammt,
alle möglichen Menschen zu erleben,
die auf mir
ihre sexuellen Abenteuer
verbracht haben.

Das war sozusagen von diesem Dämon der Fluch,
dass ich gezwungen bin,
das alles mitzubekommen.

Ich werde Ihnen ein paar Geschichten erzählen
und ich werde Ihnen auch erzählen,
wieso ich von diesem Dämon
verwandelt wurde,
was die Strafe war,
womit ich ihn erzürnt hatte.

Nun, vielleicht ist es gut,
wenn ich es Ihnen gleich
am Anfang gestehe.

Ich hatte diesen Dämon
sexuell überfordert.

Sie müssen wissen, dieser Dämon wohnte tatsächlich
in einer kleinen Öllampe,
so wie wir es aus
Tausend und einer Nacht kennen.

Und diese Öllampe hatte ich auf einem kleinen Markt
in Berlin erstanden.

Es waren nur ein paar Euro,
die der Ramschladenbudenbesitzer
von mir verlangt hat.

Vielleicht hat er gewusst,
was in dieser Öllampe
für ein Geheimnis steckt.

Jedenfalls, ich kaufte sie,
füllte sie mit Öl,
zündete sie an
und ich weiß nicht wieso,
ich hatte den Mechanismus ausgelöst,
mit dem der Djinn,
der in dieser Lampe hauste,
zum Leben erweckt wurde.

Nun, ich bin eine Frau
oder sagen wir,
ich bin ja jetzt ein Sofa,
ich war eine Frau gewesen
und ich verlangte
von diesem Dämon,
weil ich nun halt
ein sehr sexuell unersättlicher Mensch bin,
dass er mir regelmäßig
sexuell zu Diensten steht,
sozusagen als mein privater Sexlustknabe.

Ich glaube, ich habe es
insgesamt übertrieben,
denn nach einer gewissen Zeit merkte ich,
dass seine Anstrengungen
mich zu befriedigen
immer geringer wurden.

Und dummerweise habe ich mich dann
auf einen Deal eingelassen,
infolgedessen mich der Dämon
überlistet hat.

Quasi ich habe eine Wette verloren,
um es sozusagen etwas deutlicher
auszusprechen.

Und infolgedessen wurde ich
in ein Sofa verwandelt,
das dazu verflucht ist,
sämtliche amourösen Abenteuer
hautnah mitzuerleben,
die auf mir praktiziert werden.

Und in diesem kleinen Fluch,
mit dem dieser nette, beschissene Dämon
mich bedachte,
sorgte er dafür,
dass ich immer schön
in Hände gerate,
bei denen sehr viel sexuelle Aktivität vorhanden ist,
sei es ein Bordell
oder andere Orte,
wo man halt viel vögelt.

Im Folgenden werde ich Ihnen
die Geschichten erzählen,
die ich als Sofa so erlebt habe.

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