Sehen

das wahre Aphrodisiakum

Luiz Goldberg

Manche Dinge ändern sich nie.

Frauen werden feucht,
wenn sie spüren,
dass ein Mann nicht nur einen dicken Schwanz,
sondern vor allem ein dickes Konto hat.

Geld und Macht –
das ist der Duft, der sie schwach macht.

Ein dezenter Blick auf die teure Uhr am Handgelenk,
ein lässiges „Ich regel das schon“ am Telefon,
und schon rutscht der Slip.

Nicht weil sie berechnend wären
(obwohl sie es sind),
sondern weil die Evolution es so eingerichtet hat:
Der Alpha mit den meisten Ressourcen
darf als Erster ran.
Der Rest darf zusehen
oder sich einen runterholen.

Bei Männern ist es simpler.

Wir brauchen keine Villa, keinen Firmenjet, keine Platin-Karte.
Uns reicht ein einziger, kaum wahrnehmbarer Hinweis:

Sie senkt kurz die Wimpern,
beißt sich auf die Unterlippe
und dreht sich ein kleines Stück,
sodass der Stoff des Rocks sich spannt.

Ein stummer Satz:
„Ich lass dich hinten rein.“

In diesem Moment schaltet das Hirn ab,
der Schwanz übernimmt das Kommando.

Plötzlich ist alles egal –
Ehefrau, Kinder, Hypothek, morgen frühes Meeting.

Nur noch ein Gedanke:
rein da, tief, roh, ohne Diskussion.

Deshalb funktionieren teure Restaurants so gut.

Der Kerl zahlt 400 Euro
für ein Stück Fleisch,
das er auch für 19,90 beim Discounter hätte haben können,
und sie weiß:
Der kann sich das leisten.

Er wiederum sieht,
wie sie sich vorbeugt, das Dekolleté präsentiert,
mit der Zungenspitze über den Rand des Champagnerglases fährt –
und schon malt er sich aus,
wie sie später auf allen vieren kniet,
das Gesicht ins Kissen gedrückt,
während er sich langsam, Zentimeter für Zentimeter,
in ihren engen Arsch schiebt.

Kein Wort nötig.
Der Vertrag ist unterschrieben.

Deshalb auch die ewige Faszination
für Chef und Sekretärin,
Professor Studentin,
Millionär Model.

Das Spiel ist immer dasselbe:
Er zeigt Ressourcen,
sie signalisiert Verfügbarkeit –
am besten die besonders tabuisierte.

Anal ist dabei das ultimative Ja.

Wer das anbietet (oder es nur andeutet),
sagt im Grunde:
„Ich gebe dir alles.
Auch das, was andere verweigern.“

Und genau das macht Männer wahnsinnig.

Nicht die großen Brüste,
nicht die endlosen Beine –
sondern die stille Bereitschaft,
sich komplett hinzugeben.

Am Ende landen sie im Hotelzimmer.

Er wirft sie aufs Bett,
reißt ihr den String herunter,
spuckt sich in die Hand
und dringt ein.

Sie keucht, krallt sich ins Laken,
flüstert „Mehr“.
Er gibt mehr.
Härter. Tiefer.

Bis sie beide nur noch Tiere sind.

Keine Namen, keine Gefühle,
nur pure, schmutzige Erregung.

Danach duscht sie,
er überweist diskret.

Oder auch nicht –
manchmal reicht schon die Illusion von Macht.

Aber das Ergebnis bleibt gleich:
Beide haben bekommen, was sie wirklich wollen.

Geld für sie.
Den Arsch für ihn.

Und morgen geht das Spiel weiter.
Irgendwo. Irgendwann. Immer.

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