Sehen
Der Mond kann nicht schöner sein
Die Landschaft.
Ästhetik.
Schön.
Wohlgeformt.
Der Mond kann nicht schöner sein
auf seiner Oberfläche.
Es sind unebene, sanfte Flächen,
es sind bisweilen Hügel.
Sanfte Hügel. Ebenfalls wohlgeformt.
Zuweilen Doppelhügel,
die sich wie Zwillinge ausnehmen.
Bewuchs? Ja, unbedingt.
Dunkler Bewuchs – über die gesamte Landschaft.
Mal spärlich, bis kaum Bewuchs erkennbar ist –,
mal dicht
und ausufernd bewachsen.
Und dann auch wieder Bereiche,
die unbewachsen sind.
Nicht näher beschreibbar,
von fadenscheiniger Ästhetik.
Vielleicht einer Bestimmung geschuldet.
Sollte, mußte so sein.
Dann noch andere Bereiche.
Zweierlei unbewachsene Bereiche:
die einen Trocken-
die anderen Feuchtgebiete.
Auch dies sollte, mußte wohl so sein.
Farben? Ja, vornehmlich eine:
Hautfarben.
Über die gesamte Landschaft.
Der Bewuchs andersfarbig:
ein sehr dunkler Ton,
fast schwarz.
Und dann noch – hier und da,
auch etwas von rosiger Tönung.
Etwa da, wo ein Zwillingshügel erkennbar ist.
Oben auf, dort jeweils rosige,
kegelförmige,
spitz zulaufende Gebilde.
Dann, auf einem anderen Zwillingshügel,
keine solchen rosigen Gebilde,
nur gleichmäßige,
glatte,
große Hügel –;
Rundungen.
Und auch hier: wohlgeformt.
Ästhetisch.
Und andere rosige Bereiche,
Bereiche der Feuchtgebiete.
Von ästhetischer Formgebung –;
und andere von bizarrer Beschaffenheit.
Und es gibt auch Bereiche,
schwer beschreibbar,
ebenfalls von bizarrem Gepräge,
die wohl funktionsbedingt vorhanden sind,
und die unter Umständen auch als ästhetisch gelten können,
jedoch unterlägen einem solchen Urteil,
individuelle Ansichtsgrundlagen.
Bewegung? Oh ja,
Bewegungen unbedingt.
Keine vorhersehbaren,
keine regel- und turnusmäßigen,
die Intervallen oder Zyklen untergeordnet sind –,
nein,
Bewegungen,
Ausbrüche –,
von unberechenbarer Natur,
solche,
wie es etwa bei Vulkanen der Fall ist.
Das heißt aber auch,
daß diese Landschaft auch wandert –,
so wie eine Wanderdüne,
oder wie riesige Felsenformationen,
ja Gebirge,
durch Eruptionen –
oder die Zeit –,
ihre Position ändern können.
Fest steht die Ästhetik.
Die Schönheit.
Diese zu schauen, diese zu genießen,
ist allein schon Ästhetik.
Ein ästhetischer Akt.
Fest steht auch, das solche Schönheit nicht von Dauer ist,
das die Vergänglichkeit der Natur,
das die Vergänglichkeit allen Seins,
dies so vorsieht.
Und die Vorsehung Gesetzen unterliegt,
die göttlich –
oder naturgesetzlich zu betrachten sind.
Je nach individuellen Ansichts-
oder Überzeugungsansichten.
Doch die Ästhetik, die Schönheit dieser Landschaft,
ist ein feststehendes Axiom.