Sehen

Der Tag an dem Christiane mich verblüffte

Ferdinand Freiherr von der Ferne

Nein, tu mir das nicht an! Bitte. Ich mache auch alles wieder gut. Christiane, wir sind doch ein so schönes Paar! Laß es doch einfach gut sein. Und ja, ich weiß, du hast schon immer gesagt, das magst du nicht, ich könne alles sonst und du bist ja auch kein Kind von Traurigkeit, und experimentierfreudig bis zum Geht-nicht-mehr. Und von daher verstehe ich es überhaupt nicht, daß du da plötzlich sowas von überreagierst. Schau mal Christiane, wie haben wir uns kennengelernt? Du warst 16 ich 17 und wir waren unschuldig und unwissend wie die Lämmer. Und als wir uns dann zum ersten Mal geküßt hatten, ging es doch eigentlich schon los, oder? Wir verspürten ein Begehren, daß kaum zu bändigen war. Nicht daß wir sofort über uns herfielen, nein es war schon etwas subtiler. Aber so nach und nach haben wir unser Sexleben etabliert, bereichert und es kam immer wieder etwas Neues hinzu. Ob es Dessous waren, oder Sextoys, oder Pornofilme die wir uns gemeinsam anschauten und uns dabei schon gegenseitig… du weißt schon. Ja, unsere Zustände beim Anblick solcher Filme sind einfach hoch… Wie soll man sagen – obergeil und fordert uns zu sofortigen Tätlichkeiten auf. Und so ging es doch munter weiter. Immer wieder haben wir experimentiert, immer wieder haben wir festgestellt, daß wir alles was wir da so trieben, gemeinsam genießen konnten. Da war nichts was dem einen gefiel und der anderen nicht – und umgekehrt. Von daher dachte ich – machen wir ruhig so weiter. Experimentieren wir – machen wir mal dies, mal das. Gehen wir mal an ungewöhnlichen Orten und treiben es dort. Weißt du noch in dem leeren Wartezimmer Deiner Gynäkologin? Das Zimmer brechendleer, und als wir merkten, es dauert noch ne ganze Weile, da hast du deinen Schlüpfer ausgezogen, ich meinen Hosenreißverschluß geöffnet und du hast dich – den Rock hoch – auf mich –, auf ihn – gesetzt, und er ist nur so in dich reingeflutscht. Kurz danach kam dann auch schon die Arzthelferin um mich ins Behandlungszimmer zu bitten. Du hast dich einfach von meinem Schoß erhoben und bist rüber zur Ärztin. Das war doch ein tolles Erlebnis, oder? Ja nun, und jetzt – dieser Zwischenfall… Ja, ich hätte dich vorher höflich bitten sollen, fragen sollen ob es dir recht ist – ob es dir etwas ausmachen würde… Wir lagen doch so schön zusammen. Wir kuschelten so hin und her. Wir lagen auf der Seite, ich kam dir von hinten näher. Ich hab mich an dich gedrückt, ich habe mit meinen Fingern deine Feuchte gespürt, habe dich stimuliert, bin in dich eingedrungen, so wie wir es lieben – immer wieder, stoßweise raus und rein, vor und zurück… Es fühlte sich so gut an… So sind wir schon oft eingeschlafen… Doch dann… als ich gerade draußen war, wieder rein wollte… kam es so, daß ich versehentlich den hinteren Eingang… Und ja, ich weiß, das magst du so gar nicht… aber ich so im Halbschlaf… und so wohlig das Ganze… Es ist dann einfach geschehen… und drin war ich – und du hast jäh aufgeschrien. Und jetzt haben wir das Elend. Christiane, laß es bitte einmal gut sein. Verzeih mir. Ich mache das wieder gut – auf meine Art…

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