Sehen
Der verpasste Kick
Besser Pimpern mit Professor Dr. Vögler
Regelmäßiger Geschlechtsverkehr
mit dem eigenen Partner
ist ungemein befriedigend.
Aber es kommt bei vielen der Moment,
wo aus Sex aus Leidenschaft
Sex aus Pflicht wird.
Der genaue Moment lässt sich oft nicht bestimmen.
Es ist so ein sukzessiver Rutsch
aus der Freiwilligkeit
in die Routine.
Und Routine ist nun
das Ende von Leidenschaft.
Vielleicht hat es damit etwas zu tun,
dass Dinge, die wir gern machen,
wir irgendwann unterbewusst tun.
Also nicht mehr bewusst Sex machen,
sondern es ist zu einem Automatismus,
zu einem Gewohnheitsritual geworden,
was am Anfang noch schön empfunden wird,
aber zunehmend leerer wird.
Und dann ertragen wir etwas,
was doch eigentlich schön sein soll
und uns Genuss bereiten soll.
Und wir merken, dass wir es nur tun
aus Pflichterfüllung,
weil wir es schon immer so getan haben.
Und dann liegt das Paar im Bett verschwitzt,
aber irgendwie wollte sich der Höhepunkt
nicht einstellen.
Und beide schweigen anschließend
und sind frustriert,
weil man glaubt,
dass die Partnerschaft im Arsch ist,
wenn der Sex nicht mehr funktioniert.
Das Problem ist, wenn man Partnerschaft nur auf dem Fundament
der Sexualität aufbaut,
dann hat man ein Problem.
Wenn man aber dieses Sexproblem ignoriert,
dann hat man auch ein Problem.
Und man sollte anfangen,
miteinander zu reden.
Denn der ausbleibende Höhepunkt
kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.
Es kann, wie gesagt, die eine Ursache sein,
dass man den Sex nur noch mechanisch durchführt.
Es kann aber auch sein,
dass man gestresst ist
und deshalb weniger verspürt
und den Sex aus dem Druck heraus macht,
ihn machen zu müssen,
weil man glaubt,
dass sonst die Partnerschaft in Gefahr sei.
Und da entstehen Beziehungsdynamiken,
die richtig kompliziert sind
und sich verketten
und gegenseitig hochschaukeln können.
Wie gesagt, ein Gespräch klärt viel.
Natürlich darf man Sex nicht zerreden,
aber hier geht es vielleicht darum,
sich neu zu entdecken,
neu zu justieren,
sich neu zu erkennen
und damit vielleicht auch neu zu verlieben,
der Beziehung ein Reset zu verpassen.
Paare können auch nach Jahren noch Spaß haben,
miteinander lachen,
sich necken,
improvisieren.
Der ausbleibende Höhepunkt
ist ein Hinweis
und kein Urteil.
Der Schlüssel zu allem
ist Offenheit
statt Vorwürfe.
Und dann lässt sich auch
der Frust im Bett bekämpfen.