Sehen

Desperados Maria Eros

Charles Haiku

Desperados Maria Eros wurde
in den Siebzigern als Sohn
eines deutschen Diplomaten und
einer argentinischen Sängerin an
Bord eines Luxusliners zwischen
Hongkong und Los Angeles geboren.

Aufgewachsen in verschiedenen europäische
und lateinamerikanischen Städten, verbrachte
er einige Jahre seine Studienzeit
in Münster.

Nachhaltig beeinflussten ihn der
kosmopolitische Freundeskreis seiner Mutter
und ihr südamerikanisches Temperament.

Sein Vater dagegen, in frühen
Jahren ein Lebemann, zog sich
mehr und mehr aus dem
öffentlichen Leben zurück und fand
pensioniert seinen Frieden in tiefer
Religiosität.

Dieses Spannungsverhältnis zwischen Lebensfreude
und einer verklemmten westdeutschen Kleinstadtmoral
hinterließen tiefe Spuren und formten
Desperados Maria Eros zu dem
Künstler, der er ist.

Sein Schaffen ist geprägt von
der Frage nach der Moral
und Verantwortung in uns.

Und er geht seinen Weg
konsequent.

So greift er grundsätzlich Werke
fremder Fotografen auf um diese
zu bearbeiten und zu verfremden.

Aber er leugnet diesen Schaffensprozess
nicht.

Zitat: „Ich stürze mich
auf fremde Arbeiten wie ein
Geier und transformiere sie nur
zu gern.

Ja, meine Arbeit fußt zu
einem nicht unerheblichen Teil auf
der Arbeit anderer Künstler.

Ich bin ein Kunstschmarotzer.

Aber ich glaube, dass meine
Arbeit, das Werk anderer erst
wahrhaft vollendet.

Ich benutze nur Arbeiten, von
denen ich glaube, dass der
ursprüngliche Künstler diese nicht optimal
gestaltet hat.

Meine Aufgabe ist es die
künstlerische Endfassung zu finden.“

Man kann sich aber dem
Künstler auch über eine Analyse
seines Namens nähern.

Natürlich ist Desperados Maria Eros
ein Pseudonym, aber ein äußerst
aufschlussreiches.

So steckt in dem Wort
Desperados sowohl die Begriffe verzweifelt
und hoffnungslos, als aber auch
verwegen, tollkühn oder ungeduldig.

So kann man behaupten, dass
das Werkschaffen von Desperados Maria
Eros geprägt ist, von der
Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit einer Gesellschaft,
die im Bereich der Sexualität
eine Doppelmoral lebt.

Aber auch von der Verwegenheit
und Ungeduld, mit der der
Künstler eben dieser Gesellschaft, mit
seinen Werken den Spiegel vor
das Gesicht hält und hoffnungsfroh
provoziert.

Was kann man von einem
Banditen der Lust auch anderes
erwarten?

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