Sehen

Dich schickt der Himmel

Madam Lasterhaft

Ich muss mir selbst Druck machen,
bei den Abflugzeiten gibt's keine halben Sachen.

Der Flieger startet auch ohne mich,
Mein Koffer hat eine fehlende Rolle,
ich schleife ihn wie einen Rotzlöffel über den Fahrsteig,
pfeife auf Eleganz und jegliche Ästhetik.

Zum Glück geht es mit Müh und Not,
in meiner persönlichen Alarmstufe Rot.

Ich bin allein so dass Niemandem ich peinlich bin,
gehe in Richtung richtiges Gate hin.
Werde piepend gescannt und begrabscht,
schau mir genau an wer mich da antatscht.

Die Zeit die fehlt hole ich jetzt rein,
nehm in die Hände meine Bein.

Da ist sie meine Sitzplatznummer,
ich lasse mich fallen und genieße den weichen Sitz.
Lese in der Bordzeitung, klappe runter das Tablett,
mein Sitznachbar scheint zu sein ganz nett.

Endlich ist seine Freundin am stillen Örtchen,
wir fixieren uns, vergessen das Thema beim Reden.

Da sind wir schon gelandet, ich steige aus.
Es lohnt sich ein weiterer ausführlicher Blick,
bevor ich renne und einen verboten Luftkuss an ihn verschick.

Ich checke ein und liege am von Palmen umgebenen Pool,
mit der verspiegelten Sonnenbrille find ich es cool.

Kann unbemerkt andere taxieren,
brauche mich dafür nicht genieren tu stieren.
Da ist er der Sitznachbar aus dem Flugzeug!

Hat er sich mit seiner Freundin gestritten?
Sie ist weit und breit nicht zu sehen,
na dann werde ich schleunigst rübergehen.

Vielleicht kann ich endlich den Stress ablassen,
in einer ruhigen Ecke seinen göttlichen Lümmel anfassen.
Mir doch gleich, wenn seine Freundin wird uns hassen.

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