Sehen

diesem flachen Gott gewidmet

Charles Haiku

Bumm, bumm, bumm, bumm.
Vier Wände,
die beben.
Bumm, bumm, bumm, bumm.
In einem kleinen Zimmer,
in einer Seitenstraße.
Bumm, bumm, bumm, bumm.
Ein kalter, stumpfer Rhythmus,
der sich in die Nacht schiebt.
Bumm, bumm, bumm, bumm.
Ein Loop,
der nicht enden will.
Bumm, bumm, bumm, bumm.
So hämmert es,
während ich drin sitze.
Draußen der Nebel,
draußen der Regen.
Dieses Bumm, bumm, bumm
durchfährt meinen Körper.
Ich habe keine Lust rauszugehen
und mich dem nasskalten Wetter zu stellen.
Ich habe keine Lust rauszugehen,
nach unten
und an die Tür zu wummern meinerseits
mit einem Bumm, bumm, bumm
und zu sagen,
ihr nervt mich,
lasst mich in Ruhe.
Bumm, bumm, bumm.
Ich sitze vor dem Monitor,
ich will arbeiten.
Bumm, bumm, bumm, bumm.
Der Monitor,
dieses Plasmaschwein,
dieser flache Pixelgott,
auf den ich schauen muss,
um zu arbeiten.
Der mich in seinen Bann zieht,
der mich zu seinem Sklaven macht,
sodass ich quadratische Augen habe.
Bumm, bumm, bumm.
Keine Chance.
Was kann ich tun?
Soll ich zur Ablenkung was essen?
Mir billigen Chinafraß aus der Dose
in der Mikrowelle aufwärmen,
um dann im Takt zum Bumm, bumm, bumm zu kauen?
Ich fühle meinen Puls,
er geht bumm, bumm, bumm.
Ich könnte schreien.
Was soll ich tun?
Soll ich mich ins Bett legen,
mir einen runterholen
im Takt zu diesem Bumm, bumm, bumm?
Ich stehe an der Scheibe,
schaue auf die Straße
und sehe,
wie der Regen gegen die Scheibe trommelt
und ich höre das Geräusch.
Es macht bumm, bumm, bumm.
Und ehrlich gesagt,
ich habe keine Lust mehr
auf ein Bumm, bumm, bumm.
Ach was soll's,
sage ich,
lenken wir uns ab,
machen wir den Fernseher an.
Vielleicht sollte ich mir
einen guten Film anschauen.
Ich zappe durch die Programme
und bleibe hängen
bei einem Film,
den ich ganz spannend finde.
Es stellt sich raus,
es ist ein Kriegsfilm.
Zweiter Weltkrieg
irgendwo in Afrika.
Ich glaube,
es geht um Rommel gegen die Engländer.
Die Panzer fahren auf,
sie stehen sich gegenüber
und dann macht es bumm, bumm, bumm.
Ich erstarre.
Ich mache den Fernseher aus
und beschließe,
das wird nichts mehr heute.

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