Sehen

Dieses ist ein Liebeslied

Ferdinand Freiherr von der Ferne

Hast Berührung nicht zugelassen
Mich auf Abstand gehalten, stets!

Hast meine Nähe nicht aushalten können
Warum nur, erzeugt Geneigtheit solche Wut?

Hast mein Interesse (für DICH!) mit Gleichgültigkeit bedacht
Bist kalt, bist leer, bist lieblos, bist nichts als nett!

Hast meine Zuneigung abgewiesen
Gehörst zu den Herzlosen –, und doch: wie oft schlug nicht mein Herz für DICH, Herzlose!

Hast meine Freundschaft nicht gewollt
Oh, zu den Guten wird nie aufgeschaut – so, wie zu den faszinierenden Bösen!

Hast meine Liebe nicht erkannt
Bin verkannt, bleib verkannt, unbekannt, ungekannt…!

Hast mein Dasein nicht ertragen!
Die Verrohung meiner Liebe tritt ein, DU Kälte, fahre fort mit Deinem Zerstörungswerk, und schau mich an, getrost, dabei –, mit Deinen Leeraugen voll Verlangen, zu bekommen, was nur ich nicht geben darf, DU Grausame, niemals war und werd ich wie Severin, der flehte um Grausamkeit auf ewig –; obwohl ich auszog das Fürchten zu lernen, bei DIR – hab ich´s dann – ich, der erfuhr vom Gefesseltsein des Schrecklichen: so ließ ich meine Liebe martern, mit Füßen treten, verlachen & verhöhnen, bespucken, besudeln – von DIR!
Du Häßliche, bist ja längst fertig mit mir!

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