Sehen

eine kleine & schmal gebaute Studentin

Charles Haiku

Sie hieß Lisa oder Lena,
irgendwas mit L,
das man schnell wieder vergisst,
wenn man nur ihren Körper im Kopf hat.

Schlank, fast knochig,
aber an den richtigen Stellen prall und fest.

Ich hatte sie auf einer dieser schrecklichen Lesungen aufgegabelt,
wo eine selbsternannte Dichterin mit Oberlippenbart
über Menstruationsblut und patriarchale Unterdrückung schwadronierte.

Die Luft war dick von billigem Rotwein
und verklemmter Wut.

Ich stand hinten, langweilte mich zu Tode
und dachte schon ans Aufgeben,
als ich sie sah:
schwarzer Rollkragenpullover,
enge Jeans, die ihre schmalen Hüften umspannte
wie eine zweite Haut.

Sie lächelte schräg,
als wüsste sie genau, dass ich sie anstarrte.

Zehn Minuten später
saßen wir draußen auf der Treppe,
teilten eine Zigarette
und lachten über die Dichterin.

Sie studierte Jura, drittes Semester,
und hatte diesen trockenen, spöttischen Humor,
der mich sofort hart machte.

Keine große Anmache, kein Getue –
einfach nur:
„Willst du noch was trinken gehen oder direkt ficken?“

Ich wählte Letzteres.
Zu mir war es näher.

In meiner Bude zog sie sich aus,
als wäre es das Normalste der Welt.

Kleine, feste Brüste, kaum eine Handvoll,
aber Nippel, die sich aufrichteten wie kleine Soldaten.

Sie kniete sich vor mich, ohne ein Wort,
packte meinen Schwanz mit ihrer schmalen, kühlen Faust –
und begann.

Nicht dieses übliche Gefummel, nein,
sie hatte Technik.
Fest, rhythmisch,
als würde sie einen Paragraphen auswendig lernen.

Drehen, ziehen, kurz stoppen, wenn ich schon fast kam,
dann wieder von vorn.

Ich stand da wie ein Idiot,
die Hände in ihren kurzen Haaren,
und stöhnte wie ein Tier.

Besser als jede Profi-Nutte,
besser als ich selbst je hinbekommen hatte.

Als ich kam,
spritze ich ihr über die kleinen Titten,
und sie lachte nur,
wischte sich mit zwei Fingern durch die Sauerei
und leckte sie ab.
„Geschmackstest bestanden“, sagte sie.

Danach kam sie noch ein paar Mal.
Immer unangemeldet,
immer mit einer Flasche billigem Sekt
und diesen schwarzen Strapsen, die sie unter dem Mantel trug.

Und immer mit dieser Verhütungscreme –
irgendein Zeug, das sie sich vorher tief in die Fotze geschmiert hatte.

Sie roch leicht medizinisch,
aber darunter ihr eigener Geruch, scharf und süß.

Sie ritt mich wie eine Besessene,
die kleinen Hüften kreisten,
als wollte sie mich zerquetschen.

Ihre Muschi war eng, glitschig von der Creme,
und wenn sie kam,
biss sie mir in die Schulter, bis Blut kam.

Kein „Ich liebe dich“, kein „Ruf mich an“ –
nur Ficken, Sekt, Zigaretten danach.

Und immer diese Faust,
wenn ich wieder hart wurde.
Sie wusste genau, wie sie mich melken musste,
bis ich bettelte.

Dann war sie plötzlich weg.
Kein Anruf, keine Nachricht.

Semesterferien, neue Stadt, neuer Typ –
was weiß ich.

Ich habe sie nie wieder gesehen.

Manchmal, wenn ich allein bin und mir einen runterhole,
denke ich an ihre kleine, feste Hand.
Und daran, wie sie gelacht hat, wenn ich gekommen bin.

Schade.
Wirklich schade.

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