Sehen
Erinnerungen an mathemtische Spielereien
Zeit meines Lebens
haben mich mathematische Probleme fasziniert,
obwohl ich kein klassischer Mathematiker bin.
Wenn ich mir anschaue,
was in der Universität in Mathematik gelehrt wird,
das geht völlig über mein Verständnis.
Aber ich hatte ein Grundverständnis
für bestimmte Problematiken,
beziehungsweise ich habe mich dafür interessiert –
wie zum Beispiel das binäre System für Computer.
Ich war ja an Computern stark interessiert,
und darum habe ich mich als Schüler
auch schon mit dem Binärsystem auseinandergesetzt.
Es gab auch kleine Bücher über Mathematik,
aber im populärwissenschaftlichen Sinn.
Da gab es zum Beispiel die Regenbogenreihe,
wo bestimmte Dinge wie Statistik
oder der Binärcode für Computer
einem nähergebracht wurden.
Dann interessierten mich auch die Primzahlen.
Ich habe mich zu Hause hingesetzt
und alle Primzahlen aufgeschrieben,
die ich zum Beispiel in dem Buch
„Tabellen und Formeln"
aus der Schule kannte,
und habe versucht,
irgendwie eine Ordnung zu finden.
Natürlich wusste ich,
dass die großen Mathematiker keine gefunden haben
und ich auch keine finden werde.
Aber trotzdem war es irgendwie das Bedürfnis,
mich damit auseinanderzusetzen,
auch wenn ich keine Chance hatte.
Etwas ganz Ähnliches habe ich dann Jahre später gemacht –
da war ich kein Teenager mehr,
sondern schon erwachsen,
das war in den Neunzigern –,
als ich mich mit dem Roulettespielen auseinandergesetzt habe
und mit meinem Spielekumpel ins Casino gegangen bin.
Ich wusste natürlich aus der Statistik heraus,
dass ich keine Chance habe.
Aber trotzdem habe ich mich so ein bisschen darin verbissen,
und ich denke auch nicht,
dass es schlecht war,
denn ich habe viel über den Zufall gelernt.
Ich habe Statistiken erstellt über den Zufall,
und das sind Dinge,
die mir dann wiederum viele Jahre später weitergeholfen haben,
als ich mich mit anderen mathematischen Problemen auseinandersetzen musste,
die mit Statistik zu tun haben.
In jedem kleinen Kampf mit dem Unmöglichen
habe ich doch immer etwas gelernt.
So komisch wie es klingt:
Ich habe auch lange Zeit mich mit Strategien
in Computerspiele auseinandergesetzt.
Eigentlich könnte man denken,
verlorene Zeit.
Aber ich habe viel über Strategie gelernt –
dass man zum Beispiel in einem Spiel
irgendwann die Strategie ändern muss,
um erfolgreich zu bleiben.
Das heißt, ich habe gelernt,
dass man nicht immer das Gleiche machen kann,
wenn man Erfolg haben will,
sondern dass es Momente gibt,
wenn sich die Quantität ändert,
dass man auch die Qualität ändern muss.
So etwas hätte ich nie gelernt,
wenn ich nicht solche Spielereien gemacht hätte.