Sehen

Erinnerungen an meinen gebrochenen Fuß

Sandro Mohn

Im Frühjahr der achten Klasse
habe ich mir meinen Fuß gebrochen,
genauer gesagt den Fußwurzelknochen.

Und zwar, ich wollte aus der Schule so schnell wie möglich
zu meiner Großmutter nach Hause.

Meine Großmutter wohnte ja genau gegenüber
von meiner elterlichen Wohnung
und nachmittags war ich halt bei meiner Großmutter,
um Hausaufgaben zu machen und zu essen.

Und ich sprang die letzten vier Stufen,
dort wo sich der Hausmeister befand,
auf die Ebene Erde.

Das waren die letzten vier Stufen
der gesamten Schultreppe.

Und dabei bin ich so unglücklich aufgekommen,
dass ich umgeknickt bin
und es tat also in diesem Augenblick höllisch weh. Und dann bin ich nach Hause gehumpelt.
Jeder Schritt hat wirklich wahnsinnige Schmerzen bereitet.

Und dann saß ich bei meiner Großmutter
und dann stellten wir fest,
dass mein Fuß immer weiter anschwoll.

Tja, meiner Großmutter blieb dann nichts weiter übrig,
als zu meiner elterlichen Wohnung zu gehen.

Gott sei Dank war jemand da,
weil wir hatten dort ja ein Telefon.

Und dann rief sie bei dem Notdienst an,
beim ärztlichen Notdienst.

Und dann kamen auch zwei Sanitäter,
die mich dann abtransportierten
und in die Unfallklinik fuhren.

Nun, dort wurde mein Fuß geröntgt
und ich bekam dann einen Gipsverband
für die nächsten sechs Wochen.

Ich lag dann abends in meinem Bett
und hörte im Zimmer nebenan darüber diskutieren,
ob man meine Jugendweihe absagen würde oder nicht.

Weil man ja mit einem gebrochenen Bein irgendwie
keine Jugendweihe machen kann.

In der darauffolgenden Woche lag ich bei meiner Großmutter,
die mich dann versorgte,
weil ich mit diesem Gipsverband erstmal nicht raus konnte.

Erst nach einer Woche nahm man mir diesen Gipsverband ab
und dann bekam ich einen Gehgips,
mit dem ich dann auch wieder zur Schule gehen konnte.

Ich glaube, drei oder vier Tage vor der Jugendweihe
hat man mir dann den Gips abgenommen
und ich konnte also meine Jugendweihe ohne Gips feiern,
wenngleich ich sehr langsam nur gehen konnte,
weil das gesamte Gelenk und die gesamten Muskeln
noch sehr eingeschränkt bewegungsfähig waren.

Ich muss natürlich nicht betonen,
dass das unter diesem Gips höllisch gejuckt hat
und ich froh war,
als er endlich wieder ab war.

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