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Erinnerungen an Omega

Sandro Mohn

Nach meinem ersten Rockkonzert 1981
mit den Puhdys lernte ich 1982
die nächste Band kennen,
also live kennen,
die dann meine Lieblingsband
aus dem Osten wurde.

Mein damaliger Schwager,
also der Freund meiner Schwester,
war ein großer Platten-Fan
und Musikliebhaber
und er war Fan
der Gruppe Omega.

Omega war im Osten eine legendäre Band,
die verschiedene Phasen
durchgemacht hatte,
von Hardrock
bis zu Space Rock.

Leider waren sie für einige Jahre
in Ungnade gefallen,
und es gab keine Konzerte
seit Mitte der 70er Jahre.

Dann war ein neues Konzert geplant,
1982,
und zwar im Plänterwald.

Dorthin hatte mich mein Schwager mitgenommen,
und ich konnte
zum allerersten Mal
Omega live erleben.

Ich habe sie dann später noch
auf mehreren Konzerten erlebt,
aber dieses erste Konzert
war ein prägendes Erlebnis
für mich.

Ich habe mir dann, wie immer im ungarischen Laden,
alle Platten von Omega besorgt.

Ich fand sowohl ihre Hardrock-Phase gut
als auch ihre Space-Rock-Zeit.

Die eine Platte, „Gammapolis",
zum Beispiel habe ich gerne
nachts vor dem Einschlafen gehört,
unter Kopfhörern.

Es war Science-Fiction-Musik.

Ich war ja auch ein Science-Fiction-Fan,
und ich konnte quasi
die futuristischen Bauten sehen,
die durch die Musik
in meinem Gehirn erwuchsen.

Dazu trug auch das Science-Fiction-Cover
mit einer Stadt
auf einem Asteroiden bei,
auf dem ein Raumschiff landen will
oder es entgegenfliegt.

Das kam ganz meiner Fantasie entgegen,
ins Weltall aufzubrechen
und ferne Welten
mit Raumschiffen zu erkunden.

Irgendwie fühlte ich mich
auf diesem Planeten Erde gefesselt,
und die Musik von Omega
hat mir die Gewissheit gegeben,
dass wir uns weiterentwickeln werden
und irgendwann
mit Raumschiffen
die Welt erobern.

Vielleicht wie Elon Musk,
der mit seinem Starship
die Erde verlassen
und den Mars besiedeln will –
nur habe ich noch weiter geträumt.

Der Mars war für mich
viel zu profan.

Ich wollte wirklich
zu anderen Sonnensystemen reisen.

Und mit der Musik von Omega
habe ich das tatsächlich auch gemacht.

Es gibt wenige Musik,
die in mir
solche Fantasiewelten
erschaffen hat
wie diese ungarische Band,
die über fünfzig Jahre
existiert hat.

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