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Erinnerungen an Sexparties

Sandro Mohn

Es gab mal Sexpartys,
an denen ich teilgenommen habe,
die sehr speziell gewesen sind
und für mich eine großartige Erfahrung
und vor allen Dingen eine positive Erfahrung.

Es fing damit an, dass ich kontaktiert wurde
von einer Frau
und das Ganze ging über eine Plattform,
wo sich Menschen
mit speziellen sexuellen Vorlieben
und Interessen kennenlernen können.

Normalerweise ist man als Mann ja da B-Ware
und die Frauen sind die,
die heiß begehrt sind.
Von daher hatte es mich positiv überrascht,
dass mich eine Frau anschrieb
und dann wollte sie auch mit mir
einen Chat machen,
wo wir uns unterhalten können.

So hatte ich sie kennengelernt
und dann stellte sich heraus,
dass sie eine Party veranstalten will
mit ihrem Freund zusammen,
eine erotische Party
und sie hatte halt eben
nach Gleichgesinnten gesucht
und hat wahrscheinlich auch geschaut,
wie ich ticke
und ob man sich sympathisch ist.

Und ich muss sagen,
dass dieses Pärchen
ein wunderbares Händchen dafür hatte,
Leute zusammenzubringen,
die ja dann miteinander Sex hatten,
aber auf eine völlig andere Art und Weise.

Es war nicht vergleichbar
mit einem Swingerclub.
In einem Swingerclub ist das alles eher
eine Art Rudelbums
und die Leute sind eifersüchtig aufeinander
und versuchen einander die Frauen wegzupicken,
weil auch es einen riesigen Männerüberschuss gibt.

Und bei diesen Partys war es aber tatsächlich so,
dass es ein Verhältnis von 50 Frauen
zu 50 Prozent Männer gab.

Wobei es auch so war,
dass die Spannbreite der Leute,
die dort waren,
recht groß war.
Also die Jüngsten wären so 25 gewesen sein
und die Ältesten so um die 50.

Aber es war eine sehr angenehme Atmosphäre
und es war auch so,
das kennt man vielleicht auch von der Disco her,
dass die Menschen am Anfang alle relativ schüchtern waren.

Und die beiden haben es dann geschafft,
durch eine Vorstellungsrunde
und durch gemeinsame Spiele
den Körperkontakt herzustellen,
der für Sex notwendig ist.

Und irgendwann war es tatsächlich so,
dass sich die Leute geöffnet haben
und es dann die wildesten Orgien gab,
die entstanden sind.

Aber immer bei aller Leidenschaft
ein respektvolles Miteinander
und kein, naja, ich sag jetzt mal,
unangenehmes Swingerclub-Gehabe,
wo es eher um Dominanz geht
und zu zeigen, ja, ich bin der Stärkste,
ich kriege hier alle Frauen
und die anderen sitzen irgendwie verklemmt an der Bar
und trinken frustriert ihren Alkohol.

So war das überhaupt gar nicht,
sondern es hatte etwas Erotisches,
Spirituelles,
wenn man so sagen kann.

Und es war hochbefriedigend,
wenn man sich dann von dieser Party verabschiedet hat.

Und zwar wirklich hochbefriedigend
auf eine ganz andere Art und Weise,
weil auch Zärtlichkeit dabei eine Rolle spielte,
bei allem Wild übereinander herfallen.

Und ich habe so etwas
in dieser Form nie wieder erlebt.

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