Sehen
Erinnerungen an Urlaubspeinlichkeiten
In meinen Urlauben
mit meinem Vater.
An denen später auch
meine Stiefmutter
mit teilnahm,
ist es ab und zu,
zu irgendwelchen Peinlichkeiten
gekommen.
Eine davon hat ihren Ursprung
darin, dass ich mit meinem Vater
in Stralsund war.
Wir waren auf einer öffentlichen Toilette,
und dann gab es da einen Automaten.
Ich hatte keine Ahnung,
was man aus einem Automaten
in einer Toilette bekommt.
Mein Vater hat geschmunzelt,
aber mir nicht wirklich
eine Antwort gegeben.
Als ich dann ein paar Jahre später
eine Klassenreise gemacht hatte,
waren wir wieder
auf einer öffentlichen Toilette.
Dann sah ich wieder so einen Automaten
und ich erinnerte mich daran,
dass mein Vater mir die Antwort
damals verheimlicht hat.
Und dann habe ich, ich glaube, es waren 50 Pfennig,
die man einwerfen musste,
einmal dran gezogen
für 50 Pfennig,
und heraus kam eine Dose.
Und was war in dieser Dose?
Mondos.
Das waren Kondome.
Jetzt war ich schon
ein bisschen älter,
ich glaube vielleicht zwölf oder dreizehn.
Und ich badete immer sonnabends.
Und was hatte ich Besseres zu tun,
als dieses Kondom
von der Klassenfahrt
mit in die Badewanne zu nehmen,
um dort in der Badewanne zu spielen?
Was habe ich gemacht?
Wasser reingefüllt.
Wie man es als Kind auch
mit einem Luftballon macht.
Ich habe also Quatsch gemacht,
und zum Schluss es ist zerrissen.
Dann habe ich dieses zerrissene Kondom
auf der Waschmaschine liegen lassen.
Ich habe die sterblichen Überrest
dieses Teils einfach vergessen.
Mein Vater hatte mich dann später
darauf angesprochen,
dass ich doch so etwas
sein lassen soll.
Er hatte Besuch bekommen
und den Besuch auch
in das Bad geführt.
Und da lag das zerrissene Kondom,
was meinem Vater doch
ein bisschen peinlich war,
weil man vermuten konnte,
dass das Kondom von ihm ist.
Er konnte ja schlecht sagen,
dass das Kondom von seinem minderjährigen Sohn ist.
Eine andere Sache, die auch eher ins Sexuelle geht,
ist, was dann meine Stiefmutter
immer gerne auf Familienfeiern erzählte.
Dass ich also im gemeinsamen Urlaub
am Ostseestrand
in so einem offenen Restaurant -
wo man sich irgendwelches Fastfood holen konnte
und Bier und Brause zum Trinken
wir uns an einen Tisch hingesetzt hatten.
Da waren auch andere Gäste in der Nähe.
Und ich soll dann gefragt haben:
Vati, eine Fotze ist doch eine alte Tasche.
Meine Stiefmutter sagt,
dass meinem Vater die Currywurst
aus der Hand gefallen ist.
Ich kann mich daran nicht mehr erinnern,
ich weiß auch nicht mehr,
was er gesagt hat.
Ich weiß nur,
dass diese Geschichte wahr sein kann,
weil ich mich daran erinnere,
dass in irgendeinem bayerischen Dialekt
tatsächlich so ist,
dass eine Fotze eine alte Tasche ist,
das Wort aber in Berlin
eine vollkommen andere Bedeutung hat.
Nun, ich weiß nicht,
ob mir so richtig klar war,
was ich da gesagt habe,
weil ich denke,
dass ich schon alt genug gewesen bin,
um zu wissen,
dass Fotze im Deutschen
beziehungsweise im Berlinischen oder Norddeutschen
ein Begriff für das Geschlechtsorgan der Frau ist.
Es kann also durchaus sein,
dass ich so ein bisschen provozieren wollte,
aber beschwören kann ich es nicht.