Sehen
Es ist zum Verzweifeln
Stellen Sie sich vor,
Ihr bestes Stück fängt plötzlich an,
Liebesgedichte zu flüstern.
Er spuckt nicht nur eine große Ladung Sperma aus,
sondern auch lyrische Zeilen.
Nichts von diesen kitschigen Sonetten à la Goethe,
nein,
sondern rohe direkte Verse,
die direkt aus dem Unterleib kommen.
Mein Lächeln lenkt den Schuss in deinen Körper bis ins Herz.
Na gut,
das war jetzt noch etwas zahm,
aber Sie wissen,
was ich meine.
Verse, die eher an Dirty Talk erinnern,
denn an zarte Lyrik.
Denn guter Sex lebt vom Kraftvollen.
Auch beim Sprechakt.
Die Frauen geben sich dann gerne empört,
aber heimlich bewundern sie uns dafür.
Denn das ist Rebellion und Rock 'n' Roll.
Warum das alles? Ehrlich gesagt weiß ich das auch nicht.
Aber die Frauen behaupten ja immer,
dass der Mann mit dem Schwanze denkt.
Und das würde ja bedeuten,
dass alle Lyrik,
alle Gedichte,
alle Geschichten,
die von Männern geschrieben wurden,
im Endeffekt von ihrem Schwanz diktiert worden sind.
Und vielleicht ist es auch so,
50 Prozent der Weltliteratur ist ja Liebesliteratur.
Und bei Liebe geht es beim Mann nun mal meistens um Sex.
Der Mann gibt Liebe,
damit er Sex bekommt.
Die Frau gibt Sex, damit sie Liebe bekommt.
Das alte Spiel.
Doch während der Feingeist seine erotischen
Ambitionen und Gelüste verheimlicht,
sollten wir einfach so ehrlich sein
und unsere Lust ungeniert herausschreien.
Natürlich kultiviert,
in Reimen,
aber trotzdem mit ein bisschen Schmackes,
damit die Frau weiß,
dass der Göttergatte vögeln kann wie ein Zementmischer auf dem Bau
und dass er der Herr im Hause ist.
Ich weiß, was Sie jetzt sagen.
Dieser Text ist nur die Ausgeburt meiner kranken Fantasie.
Und ja, ich muss Ihnen recht geben.
Manchmal kommt mir nichts als Blödsinn in meine Schwanzspitze.
Aber so bin ich halt.
Dafür können Sie mich kreuzigen
und auspeitschen
und in Ketten legen.
Oh Gott.
Nichts als Sexfantasien.
Es ist zum Verzweifeln.