Sehen
Es war mit glänzend-rotem Plüsch bezogen
Sie stand etwa fünf Meter von mir entfernt, kam mit einer traurigen Mine im Gesicht auf mich zu und sagte: „Würden Sie bitte mit mir schlafen?“ – Oh, da wußte ich auf Anhieb nichts zu antworten. Ich dachte einen Moment nach und sagte intuitiv: „Das würde ich sehr gern, doch sagen Sie mir bitte, wie Sie gerade mich dazu ansprechen.“ – „Sie sehen so traurig aus wie ich es im Innern bin.“ Das ließ mich nochmals nachdenken, schaute mir die Frau genauer an und entschied mich Ja zu sagen, denn einerseits sah ich diese Frau als eine schöne Frau an, und andererseits, erkannte ich, daß hier eine Art erotisches Abenteuer im Gange war –, und was nicht alle Tage passiert. Die Frau freute meine Zustimmung und sie nahm mich einfach an die Hand und führte mich zu ihrem Haus und in ihre Wohnung. Ich wollte sie noch so manches fragen, aber sobald ich eine Frage anfing auszusprechen, unterbrach sie mich und meinte, ich solle bitte Vertrauen haben und erst einmal mit ihr schlafen. Danach wäre die Gelegenheit Fragen zu stellen, durchaus möglich. Ich wurde von dieser Aussage noch nachdenklicher als bisher und es überkam mich ein Gefühl, das schwankte, zwischen Abenteuerlust und einer Art Ängstlichkeit –; ja, ein Unbehagen überkam mich –; ob hierbei alles mit rechten Dingen zuging? Die Bestätigung meiner Bedenken wurde durch weiteres Seltsames, bestärkt. Vor ihrer Wohnungstür bat sie mich, es ihr gleich zu tun und die Schuhe auszuziehen. Ihre Wohnung bestand aus einem einzigen großen Raum und einem kleinen Nebenzimmer, das als Küche diente. Alles war äußerst reinlich und ohne jeglichen Schmuck an den Wänden. Kein Bild, keine Gebrauchsgegenstände waren zu sehen. Ein gesondertes Bad gab es nicht. Stattdessen war in der rechten hinteren Ecke des Raumes eine große dreieckige Badewanne im Boden eingelassen und davor gab es auf etwa vier Quadratmetern, Bodenfliesen und ein an der Wand angebrachtes Waschbecken. Ein WC aber, gab es nur auf dem Flur, das eine Nachbarin mitbenutzte. Diese letzte Erklärung ließ die Frau in einer verschämten Art, fast flüsternd, verlauten –, zog mich aber schon direkt in die Mitte des großen Raumes in der ein rundes Bett stand, und das ein Durchmesser von etwa zwei Metern hatte. Es war mit glänzend-rotem Plüsch bezogen und enthielt keinerlei Kissen oder Bettdecken. Hierauf sollte ich mich hinlegen und mich zuvor meiner Kleider entledigen. Ja, auch meiner Unterwäsche! Ich tat alles was sie mir auftrug und mein Herz begann heftig zu schlagen und auch meine Halsschlagadern waren mir deutlich spürbar geworden –; denn sie war im Begriff sich selbst zu entkleiden. Sie trug auf der Straße einen unauffälligen Mantel aus einem hellbraunen dünnen Stoff. Diesen zog sie aus, und darunter zeigte sich eine Kombination aus einer erlesenen Unterwäsche. Ein hellgelber Spitzen-BH und ein dazu passender Slip mit ebensolcher Spitze besetzt. Dazu trug sie halterlose, transparente schwarze Nylonstrümpfe. Und so stand sie vor mir. Ich weiß noch genau wie sie sich mir hingab: wie sie den BH-Verschluß öffnete, ihn zu Boden fallen ließ, ihren Slip heruntergleiten ließ und an ihren Fußgelenken einen Moment liegen ließ, damit ich ihre Nacktheit eine Weile betrachten konnte. Erst dann stieg sie zu mir auf das Bett ohne Kissen und Decken und legte sich auf den Rücken, spreizte ihre Beine und sagte: „Ficken Sie mich, ficken Sie mich bitte hart und ungestüm. Lassen Sie mich Ihre gesamte Männlichkeit spüren, Ihre männliche Begierde und tun Sie alles was ein Mann mit einer Frau machen will. Tun Sie es bitte. Nehmen Sie keinerlei Rücksicht auf mich. Wenn mir dabei etwas weh tut und ich Laute des Schmerzes von mir geben sollte, machen Sie einfach weiter, ich werde es schon aushalten. Aushalten und genießen. Denn ich habe noch nie mit einem Mann geschlafen.“ – Wann ich dann aufgewacht bin? Nein! Ich hatte nicht geträumt, das war Wirklichkeit! Ich weiß nur nicht mehr, wann und wie ich nach Hause gekommen bin.