Sehen

Folge mir unauffällig

Yupag Chinasky

Es war in einer Stadt in einem dieser unfreundlichen Länder,
in denen vieles schwierig ist und manches nur heimlich stattfinden kann.
Bei einem Gang durch die nächtlichen Straßen, sah er eine junge Frau,
die ihn fast direkt, ja fast schon suggestiv anschaute und verstohlen winkte.

Als er daraufhin auf sie zuging, wandte sie sich rasch ab, flüsterte  ihm aber zu,
"Folge mir unauffällig." Er war verblüfft, war es eine Falle? Doch nach kurzem Zögern
folgte er ihr, auch als sie in einem kleinen Supermarkt verschwand. Er betrat ihn
und sah sie auf ihn warten, im dunkelsten Teil des Ladens hinter einem Regal.

Sie erklärte ihm dann ohne Umschweife, dass sie ihn brauche,
dass sie einen Mann brauche, weil es hier unmöglich sei, als unverheiratete Frau
mit einem Mann ins Bett zu gehen und sie wolle auch etwas Geld von ihm,
weil sie nichts zum Leben habe, aber sie sei dennoch keine Hure.

Er war unschlüssig, über das Angebot und die Konsequenzen,
denn als Ausländer eine einheimische Frau zu lieben, war gefährlich,
er wusste das und diese Frau auch, aber als sie ihn flehentlich anschaute
und offensichtlich bereit war, ihm alles zu geben, erregte ihn das über alle Maßen.

Die Frau merkte, wie er mit sich rang und erneuerte ihr Angebot.
Er soll ihr weiterhin unauffällig folgen, dabei darauf achten, dass er selbst
nicht beschattet wird. Sie würde ihn zu einem sicheren Ort bringen,
dort könnten sie die Nacht verbringen und sich im Morgengrauen trennen.

Es war ein Abenteuer, aber es reizte ihn und so folgte er ihr durch die Gassen,
niemand schien sich für ihn zu interessieren. Er betrat schließlich das Haus,
in dessen Tür sie verschwunden war. Sie wartete im dunklen Flur,
nahm ihn an die Hand und sie stiegen eine Treppe hoch, in ein kleines Zimmer.

Es war ärmlich eingerichtet, hatte nur das Nötigste, aber ein breites Bett
und dort wurde aus dem Abenteuer ein unvergessliches Erlebnis.
Die Frau, voller Hunger nach Liebe und Zärtlichkeit, bot ihm alles,
was eine Frau einem Mann bieten kann und die Liebe, die nun folgte,

war das Schönste, was er je erlebt hatte. Auch die Frau versicherte
ihm immer wieder, wie glücklich und zufrieden sie durch ihn sei.
Dass auch ein bisschen Geld im Spiel war, war nebensächlich.
Er ging wieder, bevor ihn das Licht des Tages verraten konnte. Sie musste bleiben.

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