Sehen
Im fahlen Licht
Er sitzt im fahlen Licht, der Bildschirm glotzt ihn an.
Verzweiflung kaut an ihm, er kaut an seinen Fingern.
Irgendwer will ihn linken, ein dreckiges Spiel treiben.
Die Hurensöhne grinsen, während er sich windet.
Ein Schluck französischer Vodka.
So etwas gibt es?
Brennt halbgar in der Kehle.
Franzosenscheiß.
Und der Schmerz bleibt kleben.
Die Glock wiegt schwer in der Hand.
Ein Schuss könnte fallen, die Schädeldecke splittern…
Die Pfanne raucht, Bohnen und Speck.
Wie im Western.
Wie Bud Spencer und Terence Hill.
Er kaut, doch schmeckt’s wie Asche, nicht wie Abenteuer.
Leere Liebe, ein Bett, das nach Verrat nur stinkt.
Er wollte mehr vom Leben, doch es pisst ihn an.
Er flucht, die Welt ist Scheiße, und er steckt mittendrin.
Die Glock liegt auf dem Tisch und lächelt ihn an.
Er lächelt zurück.
Das Sauwetter da draußen, ein Spiegel seiner Welt,
Nass, dreckig, sinnlos, kein Garten Eden weit und breit.
Er stellt sich vor den Spiegel und flucht.
„Du bist ein Loser.
Zu feige zum Leben,
zu feige zum Sterben.
Und kannst nur winseln und jammern.“
Die Flasche Vodka leer, die Pfanne kalt und ölig,
Die Glock flüstert leise, ein Freund, der niemals lügt.
Er denkt an falsche Küsse, an Nächte ohne Feuer,
An Orgasmen, die kamen, doch das Herz blieb kalt.
Die Hurensöhne da draußen, sie lachen in sein Grab,
Er spürt den kalten Lauf, der an die Schläfe drückt.
Kein Garten Eden, kein Licht, nur ein verdammter Bildschirm,
Der ihm die Wahrheit zeigt: Es gibt kein Zurück mehr.
Er atmet schwer, der Raum ist eng, die Wände brüllen,
Das Leben ein Witz, der nie die Pointe fand.
Ein letzter Schluck, die Flasche fällt, zerschellt am Boden,
Die Glock singt laut, und alles wird für immer still.
Vierzig Zeilen, vierzig Stiche in ein totes Herz,
Kein Geist, nur Leere, die im Schädel widerhallt.
Er wollte mehr, fand nur den Schmerz und kalten Dreck,
Ein Schuss, ein Knall, und nichts hält ihn mehr fest.
Doch es knallt nicht. Es gibt nur ein leises Klicken.
Mit einer Spielzeugpistole hat sich noch keiner umgebracht.