Sehen

Ist Tantra-Sex die Lösung partnerschaftlicher Probleme?

Charles Haiku

Aller Anfang beginnt mit
Überschwang und Maßlosigkeit.

Während der ersten Monate
einer Beziehung ist alles
neu und aufregend.

Jeder Minute Sex wird
ausgekostet und genossen.

Die Kondomindustrie hat ein
neue Stammkundschaft gewonnen
und die Nachbarn werden
mit Dirty Talk und
lauten Stöhngeräuschen gequält.

Das Hormon Testosteron flutet
beider Gehirne bis zum
Anschlag und lässt beide
zu Sexjunkies mutieren.

Aber allen Anfang wohnt
ein Ende inne.

Irgendwann weiß Sie, was
er meint, wenn er
sich demonstrativ unter der
Dusche sein Gemächt wäscht.

Ihn törnt es nur noch bedingt an,
wenn sie stundenlang massiert
werden möchte.

Im Laufe der Zeit, wird nicht nur der
Tagesablauf ökonomisch strukturiert,
sondern auch das Sexleben.

Dreimal flüchtig den Kitzler
gestreichelt und „Du Sau“
geflüstert.

Zweimal am der Eichel
geleckt und „Ich will
Dich in mir spüren“
geheuchelt, lassen wenig Geilheit
aufkommen.

Wen wundert es, dass
sich daraufhin die Fickfrequenz
drastisch nach unten auspegelt.

Die Nachbarn freut es
natürlich.

Kein brünstiges Gekreische stört
mehr den Genuss einer
Tatort-Folge.

Dummerweise ist guter Sex
aber ein Grundpfeiler einer
gesunden und erfüllten Partnerschaft.

Und wo die Libido einschläft, da macht sich
Gleichgültigkeit und Langeweile breit.

Zu guter letzt sitzen
beide stumm vor dem
Fernseher und lassen sich
berieseln.

Nennen sich gegenseitig Mutti
und Vati oder pflegen
einen freundschaftlichen Umgang wie
Geschwister.

Sein Bauch wird vom
Bier immer runder
und ihre Fresse immer
fluntschiger, wenn sie allein
vor dem abendlichen Zubettgehen
die Geschirrspülmaschine ausräumt.

Doch wenn sich die Zeit schon nicht zurückdrehen
lässt und der Highspeed-Sex
von früher unwiederbringlich verloren
ist, vielleicht kann ja
das fernöstliche Tantra eine
Lösung sein?

Sex in Zeitlupe.

Ekstase die entsteht, wenn
er sein Glied rhythmisch
im Stundentakt vor- und
zurückzieht.

Lust die aus dem millimeterweisen vordringen in körperfernste
Öffnungen entsteht.

Gemeinschaftliche Orgasmen vereint im
„Ohm“-Gesang.

Das könnte doch einer
Partnerschaft neuen Schwung verleihen,
oder sehen sie das
ganz anders?

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