Sehen
Lara
Wie ich in der Realität heiße, tut nichts zur Sache. Mein Name im Bordell lautet Lara und ich biete so ziemlich jeden Service an. Ich habe schon früh bemerkt, dass ich sexuell keinerlei Grenzen kenne. Ich habe mit meinem Stiefvater rumgevögelt. Meine Mutter wusste es. Sie hat nichts dazu gesagt. Ich habe mit meinem Bruder gevögelt. Mein Stiefvater wusste es. Er hat nichts dazu gesagt. Mit meinem ersten Freund war ich im Swingerclub. Ich glaube, ich habe es mit allen Gästen getrieben. Mein Freund hat nichts dazu gesagt. Und dann kam der Moment, als mein erster Ehemann kein Geld mehr mit nach Hause brachte. Man hatte ihn gekündigt. Ich hatte halbtags gearbeitet und jetzt wurde das Geld knapp. Schließlich hatten wir einen Sohn und eine Tochter, die wir großziehen wollten. Und ich bin nun niemand, der gerne den Gürtel eng schnallt und auf die kleinen Annehmlichkeiten des Lebens verzichtet. Und irgendwann sagte einer zu mir, weißt du, du bist so sexuell aufgeschlossen. Warum gehst du nicht anschaffen? Du verdienst mehr, hast mehr Freizeit als an deinem Halbtagsjob und stören wird es dich wahrscheinlich auch nicht. Ich habe dann einige Zeit darüber nachgedacht. So schlecht fand ich den Vorschlag gar nicht. Als ich mir überlegt habe, mit wie vielen ich im Swingerclub geschlafen habe und ich von jedem 150 Euro kriegen würde, habe ich mir gedacht, oh Gott, dann wärst du ja eine reiche Frau. Aber ich wollte natürlich nicht in jedem Bordell anfangen. Ein x-beliebiger, runtergekommener Schuppen ist nicht meine Kragenweite. Nein, ich wollte schon etwas Besseres, was Exklusiveres. Da, wo man in die Sauna gehen kann, wo es Möglichkeiten gibt, sich zwanglos zu unterhalten, wo diejenigen, die dort hineinspazieren und eine Frau suchen, auch ein bisschen besser betucht sind. Geld hat mich schon immer fasziniert. Obwohl ich jetzt einen Mann nicht wegen Geld heiraten würde. Ehe ist noch etwas anderes. Man muss mit einem Menschen auskommen können. Geld ist dafür keine Grundlage. Aber für ein paar Stunden sieht das ganz anders aus. Mit einem reichen Sack will ich ja nicht mein Leben verbringen. Ich möchte ihm ein bisschen Spaß geben und dafür ordentlich bezahlt werden. Das ist eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Und so habe ich angefangen und habe uns über die Runden gebracht. Ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre. Mein Mann wusste es und er sagte nichts dazu. Irgendwann hat er wieder einen neuen Job bekommen. Ich habe dafür gesorgt, dass er ein bisschen lernt und sich umschulen lässt. Dann konnte ich auch ein bisschen kürzer treten. Ganz aufgegeben habe ich es aber nicht. Auch wenn ich jetzt schon ein bisschen älter bin, aber ich habe ein paar Tricks auf Lager, die die junge Konkurrenz nicht kann. Und das macht mich immer noch attraktiv.