Sehen

Lebensfrage(n)

Skorpion

Welche Realität wollen wir leben?
Die wirkliche oder die konstruierte?
Nur – welche ist welche?
Und gibt es überhaupt mehr als eine Realität?
Wachen wir im Traum, schlafen in der Wirklichkeit?
Welches Leben leben wir?
Und wie?
Das, welches sich unsere Eltern für uns gewünscht haben,
so, wie wir von ihnen erzogen wurden,
weil sie es für unser Bestes hielten?
So, wie die Gesellschaft es von uns erwartet?
Mit all ihren ganz unterschiedlich gearteten
Moralvorstellungen, „must have’s“ und „no go’s“?
Oder nehmen wir uns komplett selbst in Hand,
führungslos, frei, wild, ungebändigt?
Sind wir Konstrukteure oder ausführende Organe?
Schöpfer unseres eigenen Handelns?
Aber vielleicht sind wir beides:
Schöpfer und Geschöpf.
Frei und gelenkt. Alles zu seiner Zeit.
Wohin streben wir?
Wenn wir Marionetten sind, an Fäden hängen,
wer ist der Puppenspieler?
Können wir die Fäden durchtrennen? Uns loslösen?
Auf welcher dieser Ebenen befinden wir uns?
Wenn unser Weg vorbestimmt ist,
wer hat ihn geschaffen?
Was ist Schicksal, was Karma?
Gibt es Zufälle oder eine tiefere Ordnung?
Wenn alle Energie immer einem Impuls folgt,
was war das auslösende Moment?
Manchmal braucht es einfach viel Kraft,
sich zu entscheiden, welchen Weg man gehen will.
Gehen muss?
Wer gibt uns den Mut, neue Wege zu gehen,
auch wenn sie ins Unbekannte führen?
Den Mut, unsere eigenen Überzeugungen
und Zweifel zu hinterfragen?
Vielleicht liegt die Antwort in der Akzeptanz
unserer Unsicherheiten,
ganz und gar im Vertrauen auf den Fluss des Lebens.
Denn jedes Hinterfragen führt uns einen Schritt weiter
auf dem Pfad der Erkenntnis.
Spannend, zwischen Realität und Illusion
unsere wahre Existenz zu finden,
in diesem unbegreiflichen Muster
unseres Lebens,
dass sich in unendlichen Variationen entfaltet.
Und am Ende scheint es unerheblich,
ob wir lenken oder gelenkt werden.
Manche gehen, frei und mutig, selbstsicher.
Andere bleiben stehen, bleiben gefangen
in Wiederholungen, unfähig,
sich selbst zu befreien oder einfach zufrieden
in ihrer Routine.
Am Ende leben wir alle die ureigene Wahrheit
und lassen manche Lebensfrage unbeantwortet.

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