Sehen

Lina & Bernhard

Ferdinand Freiherr von der Ferne

Alles für die Katz!
Bernhard schmiß die Dessous
die er für Lina gekauft hatte
in den Müll.
Es waren reizende Dessous.
Ausgesucht teure, geschmackvolle,
hauchzarte, die mehr als reizend
anmuteten.
Selbst die schwarztransparenten Nylonstrümpfe
und die passenden Spitzen-Strapse dazu,
waren eine Augenweide.
Aber Lina war einfach zu dick.

Sie hatte sich anfangs auch so gefreut,
endlich mal was anderes,
als immer nur so nur nackig
im Bett rummachen.
Und Bernhard erst,
der ging tags zuvor
von Dessousgeschäften zu Sex-Shops
und sogar in gewöhnlichen Warenhäusern
nach Geeignetem stöbern.
Hatte sich beraten lassen
bis zur Peinlichkeit.
Denn die Verkäuferinnen stellten Fragen,
die Bernhard nicht nur indiskret dünkten,
sondern ihn auch an Grenzen brachte.
Das waren vor allem Fragen
nach der genauen Größe.

Doch schließlich wurde er ausgestattet
und verließ zuversichtlich und befriedigt
einen Sex-Shop-Laden deren Verkäuferin
ihn am besten beraten hatte.
Da war er sich ganz sicher.
Vonwegen „Material gibt im Tragen nach“
und so.
„Mit Stretch“.
Das galt vor allem der Corsage.
Dann ließ er sich aber noch Handschellen andrehen,
mit rotem Plüsch umfüttert,
nachdem die Verkäuferin konkretere Fragen
zum Gesamtvorhaben gestellt hatte.
Nun denn, da hatte Bernhard dann eben auch
die Handschellen genommen.
Nur ein Vibrator noch,
meinte die Verkäuferin,
dann sei alles beisammen.
Bernhard ließ sich verschiedene Modelle vorführen
und nahm dann einen extra-großen,
XXL-Modell Marke soundso.

Am Abend kam dann die Aktion mit Lina,
die schon gespannt und wie blöd erregt war.
Bernhard packte alles spannend machend aus
und Lina war hin und weg.
Das Schlafzimmer aufgeheizt,
abgedunkelt und mit frisch angezündeten Räucherstäbchen
auf der Konsole versehen,
zogen sich beide nackt aus.
Bernhard der schlanke,
einen halben Kopf kleiner als Lina,
und Lina, die mit ihren zweihundertzwanzig Pfund Lebendgewicht
Bernhard immer bezaubern konnte.

Bernhard brauchte eigentlich nichts anderes
als Linas nackten Körper.
Sie war noch jung
und für ihn unwahrscheinlich hübsch.
Alles dran.
Nichts fehlte.
Aber Lina wollte nunmal das Ganze einmal anders.
Im Schlafzimmer.
Naja, wie es dann zuging,
von der Anprobe,
über die versuchten Fesselungsspielchen,
bis zum Eingestehen,
daß es nichts,
aber auch gar nichts bringt –
in Punkto Sexappeal…
und dann die einfach nicht passen wollenden Dessous…
es war so enttäuschend!

So landeten die teuren Sachen einfach im Müll.
Mit dem Vibrator allerdings versuchten sie noch einiges –
aber letztendlich war das auch nicht so ganz ihr Ding.
Und somit liebten sich Lina und Bernhard wie sonst.
Das große Bett quietschte
und Lina jauchzte
und Bernhard schrie vor erotischem Vergnügen.

Zugriffe gesamt: 3