Sehen
Lyrische Lieder singen die Geister von Aphrodite und Eros
Im Geist,
im Fleisch,
in der Wolke
unter dem Himmel.
Tagsüber leuchten die Farben
des Fleisches.
Die Farben
der Haare,
der Augen
und der Lippen.
Der Geist spricht zum Fleisch –
ich will dich,
ich begehre dich,
gib dich mir hin.
Der Körper, dem eine ansehnliche Menge
Fleisch anhaftet,
ist sich oft nicht klar darüber,
daß er Anziehung,
das er Begehrlichkeit herbeiführt.
Einerlei, ob weiblich oder männlich –,
Anziehung und Begehrlichkeit
zwischen zwei Menschen,
sind Ausgangspunkte
die über Gedanken
und Entscheidungsfindungen
des Geistes,
Bewegungen in Gang setzen,
und die zu Berührungen
hinführen wollen.
Was aus Berührungen entsteht,
ist dem einen Geist
wie dem anderen,
zuvor nicht erschlossen –,
sie treiben dahin –
Wolken unter Himmeln,
aufgeblähte Segel
auf stürmischer See.
Lyrische Lieder singen
die Geister von Aphrodite
und Eros dazu.
Das Fleisch ist offen –
auf beiden Seiten.
Das Fleisch will Fleisch,
der Geist will Fleisch.
Die Blüten des Begehrens
sprießen auf
und das Bestäuben geht,
das Empfangen geht,
das Einziehen geht,
das Bewirken geht.
Alles ist eins, alles wird eins.
Die Wolken unter dem Himmel
ziehen wissend weiter,
und das Blau des Himmels
beginnt zu röten.
Nur Fleisch an Fleisch,
Fleisch in Fleisch,
Fleisch frisch aus Fleisch
und wieder hinein.
Die Ekstasen in vollem Gange
agieren ohne Besinnung
in Sphären der Höhen
die noch niemals erklommen wurden.
Freigeistig schwelgen Sinnbilder
in Ewigkeitswünsche,
verlieren sich Illusionen
in Verzückungen
leuchtender Farbenpracht.
Die Frau des Himmels jubelt
dem Mann
der ihr so Süßes schenkt entgegen,
und er,
der sich dankbar erweist
für empfangene Großtaten
schwört Schwüre
die er niemals zu brechen beschwört.
Keine Kleinheiten werden einzeln verübt,
im Großen und Ganzen
sind es die vielen Kleinheiten
die zusammenfließen
zu dem Vollzug des Aktes
der die Höhepunkte hervorbringt.
Die Vögel am Himmel singen
ihre Vogellieder
und die Farben der Gefieder glänzen
in der gelben Sonne.
Es ist Sonntag, der Tag
den Gott zum ruhen bestimmt hat.
Wenn Körper an Körper ruht,
nach vollendeten Taten
die beglückt haben,
ist große Ruhe.
Sonntagsruhe.